Arbeitswelt 4.0: “Potenzial ist wichtiger als Erfahrung”​ – wirklich!?

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Ich werde aktuell täglich gefragt: Was ist eigentlich die Differenzierung der RainmakerSociety bzw. was wollt Ihr denn wirklich anders machen?!

Ich habe in den letzten Jahren im Kern zwei Beobachtungen in Bezug auf unser Geschäftsmodell gemacht: Viele Bekannte und Freunde sind ihren Weg weitestgehend alleine gegangen – Mentoren, Coaches, Sparringspartner sind eher zufällig erschienen, aber es gab nie eine “Quelle”, um organisierten Zugang zu echten Unterstützern zu bekommen. Und so sehr sich manche Unternehmen positionieren, dass sie attraktiv für die “Unterschiedsspieler” sein wollen, so wenig Interesse haben sie an starken Persönlichkeiten oder gucken wirklich, welches Potenzial im Team schlummert…

Vielleicht ein kleiner Einblick, wer meine “Leuchttürme” in den letzten Jahren waren:

MEIN MENTOR: Der Mentor meiner ersten Berufsjahre war mein Vater – eigentlich bei jeder wichtigen beruflichen Entscheidung habe ich mir seinen Rat eingeholt. Ich gebe zu: Eigentlich habe ich ihm nie im Gespräch direkt zugestimmt, aber die meisten seiner Ratschläge befolgt (ohne es ihm zu sagen…). Er war über Jahre mein erster Ansprechpartner und Mentor – und daneben ist er ein toller Vater.

INSPIRIERENDE CHEFS: Ein kurzer Abriss zu mir: Sitzenbleiber, dann Ausbildung, Berufseinstieg bei einem der spannendsten Medienprojekte seiner Zeit – der Financial Times Deutschland, direkt nach meiner Ausbildung. Mein erster Chef hat etwas in mir gesehen – und dafür bin ich bis heute dankbar. “Work hard, play harder” hat als Motto meine ersten Berufsjahre vermutlich gut getroffen, aber ich hatte das Glück, unglaublich inspirierende Menschen zu erleben und mir einiges abzuschauen Einige davon sind heute das “Who is who” der deutschen Medienlandschaft… Erst heute realisiere ich, was mir Vorgesetze wie “MS” und “TF” mitgegeben haben – und obwohl ich es eigentlich nie mit Ihnen besprochen habe: Sie haben etwas in mir gesehen. Und mir mit Vertrauen gedankt.

Als ich 2009 die FTD verlassen habe und nach Berlin gezogen bin (meine damalige Liebe studierte in Berlin und mich hat das Thema “Fernbeziehung” nie nachhaltig überzeugt), hatte ich das Glück, einen weiteren tollen Chef zu bekommen – auch mit ihm habe ich es nie wirklich besprochen, aber ich habe mir unglaublich viel bei ihm abgeschaut. Bei ihm habe ich gelernt, was einen guten “Top-Manager” ausmacht. Lieber “CR”: Es war für mich prägend, wie Sie Professionalität mit Humor, aber auch Wertschätzung gepaart haben. Danke.

MEINE COACHIN: Während meiner Zeit bei der WELT-Gruppe habe ich von meinem damaligen Chef eine fantastische Coachin “aufgedrückt” bekommen (ich gebe zu: freiwillig war es nicht und dazu war sogar ein Kaffee mit einem Vorstand nötig, dass ich einem Coaching zugestimmt habe). Ich habe damals eine weitere tolle Ratgeberin kennenlernen dürfen, die sogar mich “zähmen” konnte. Von Herzen “Danke”, “SH” (wenn jemand eine tollen Coach sucht, schickt mir eine Nachricht, ich kenne da wen…).

Warum schreibe ich das: Alle oben genannten haben etwas in mir gesehen, was weder ich in mir gesehen habe, noch was ich durch “gemachte Erfahrungen” vorweisen konnte. Sie haben in mir ein Potenzial gesehen – und mich alle sehr oft in Situationen geworfen, in denen ich mich nicht im Ansatz wohl gefühlt habe. Aber: Sie hatten Vertrauen. Ich musste oft schwimmen – und ich habe es sehr schnell gelernt. Weil ich wusste, das mir vertraut wurde.

MEINE SPARRINGSPARTNER: An meiner letzten Unistation, der HHL, habe ich unfassbar interessante “Sparringspartner” kennengelernt – bis heute begleiten mich Personen wie Andreas, Christian, Raphael oder Jerome. Ich bin dankbar über jede Minute mit Euch und Eure Meinung! Und natürlich andere (berufliche) Ratgeber, deren Meinung ich unglaublich schätze: Roland, Marc, Tim, Stephie, Sven, Aimie, Dennis, Dennis, Friedrich, Katja, … und viele mehr. Es ist so unglaublich wichtig, seine Gedanken mit anderen zu “challengen” – das Ergebnis ist immer besser!

Ich blicke jetzt auf mehr als 20 Jahre Berufserfahrung zurück – im Konzern- und im Start-Up-Umfeld und habe daneben durch meine Tätigkeit bei einem “Freiberuflermarktplatz”, den ich über 5,5 Jahre auf eine 130-Personenfirma mit aufgebaut habe, wie auch meine aktuelle, noch sehr frische eigene Gründung, der RainmakerSociety (natürlich nicht zu vergessen, mein Mitgründer Sven Galander) einen einigermaßen guten Eindruck von Stellenbesetzungen in Unternehmen gewinnen können. Und ich lese natürlich auch viel über Stellenbesetzungen in den Wirtschaftsmedien.

Da ein Fußballbeispiel nicht fehlen sollte, habe ich bei vielen Besetzungen von “zentralen Positionen” im Unternehmen oft den Eindruck, dass es wie beim HSV läuft. Als Rafael van der Vaart von Ajax zum HSV gegangen ist, wurde in ihm wahnsinniges Potenzial gesehen und hat von 2005-2008 einfach abgeliefert – er war schlicht “Weltklasse”. Die Leistungen beim HSV haben ihn über die Stationen Real Madrid und Tottenham Hotspurs wieder zum HSV geführt (2012-15). Nur: Zum damaligen Zeitpunkt wurde er aus nostalgischen Gründen wiedergeholt, aber nicht aufgrund seiner Leistungsfähigkeit. Er war einfach nicht mehr “der Spieler mit Potenzial”, der “Unterschiedsspieler” oder eine Kaderbereicherung. Er wurde dann in seinen drei Jahren beim HSV zwei Mal mit dem Team Tabellen-Sechszehnter.

Wir stehen gesellschaftlich und beruflich vor unglaublichen Herausforderungen. Themen wie Digitale Transformation, Globalisierung, riesige gesellschaftliche Herausforderungen werden unsere Zukunft begleiten.

Oft fällt es mir schwer zu verstehen, warum bei strategisch immanent wichtigen Personalentscheidungen mehr auf “faktische Begebenheiten” geguckt wird (z.B. tolles Abitur, sensationelles Studium, Berufsstationen bei “Top”-Arbeitgebern”), als auf das mögliche Potenzial ( so etwas wie der “X-Faktor”), welches in manchen Personen schlummert. Am Ende wird kein Risiko gegangen, sondern lieber derjenige ausgewählt, der es schon 4x in gleicher Rolle durchschnittlich gemacht hat, als zu beleuchten, welches Potenzial in jemandem schlummert. Mein Eindruck: Lieber “Streamline” und Standard als Risiko und großes Upside. Liege ich falsch?

Ich möchte nicht meinen eigenen Weg verklären – sicher hätte ich in meiner Jugend etwas mehr Zeit für schulische Themen aufbringen können. Aber mir waren andere Dinge einfach wichtiger: Politik (und entsprechende Ämter), die Arbeit im Stadtjugendring, meine Zeit im Callcenter. Ich hatte unglaublich viel Glück, dass ich später dann Chefs begegnet bin, die etwas in mir gesehen haben und ich dadurch meinen Weg gehen konnte.

Teile meiner Erfahrungen und meinen Blick auf Karriere möchte ich jetzt weitergeben. Auch wenn es noch eine Vision ist: Aber ich möchte mit der RainmakerSociety einige Dinge professionalisieren. Den Mitgliedern der zukünftigen Society wollen wir wie ein “Spielerberater” zu Seite stehen: Wo bekomme ich den für mich richtigen Mentor her? Wer könnte mich in einer herausfordernden Situation coachen? Wie werde ich klarer darin, meine Wünsche und Ziele zu definieren? Was fehlt mir, um meine Traumstelle zu “ergattern”? Wo finde ich für unternehmerische Ideen Gleichgesinnte? Welche Fortbildungen erweitern mein Blickfeld?

Und den Unternehmen wollen wir Zugang zu echten “Unterschiedsspielern” geben. Menschen, die den Herausforderungen der Zukunft ins Gesicht lachen…

Ernsthaft: Wer hat jemals im Kontakt mit einem “Headhunter” den Eindruck gehabt, es würde eine wirkliche Auseinandersetzung mit a. der zu besetzenden Rolle, b. der Persönlichkeit des möglichen “Hires”, c. dem möglichen “Fit” mit den zukünftigen Ansprechpartnern und d. dem möglichen Fit aus den gesuchten Unternehmenswerten seitens des Kandidaten (“purpose”) und dem vorhandenen Unternehmenssinn geben?! It’s a mess…

Aktuell diskutieren wir mit einigen fantastischen Angel-Investoren die letzten Details, um mit der RainmakerSociety richtig durchzustarten. Die ersten Mitstreiter sollen an Bord kommen, wir wollen unsere Ideen in tolle Technik gießen und wollen dann unsere Vision zum Leben erwecken…!!

Wenn wir irgendwann zurückblicken und uns einige Leute zurufen: “Ihr seid meine Ambassadors of Kwan”, weiß ich, dass es Sven und mir gelungen ist, unsere Vision zu realisieren. Wir wollen uns klar auf die Kandidaten konzentrieren, aber gleichzeitig und “wie gewohnt” für die Unternehmen, die mit uns arbeiten ein starker Dienstleistungspartner sein…

In diesem Sinne: LET. IT. RAIN.

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Euer,

Dirk Schuran

Chief Rainmaking Officer (aka CEO)

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