{"id":1575,"date":"2021-08-09T09:00:00","date_gmt":"2021-08-09T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rainmakersociety.de\/?p=1575"},"modified":"2024-11-06T15:36:58","modified_gmt":"2024-11-06T14:36:58","slug":"diversityreallymatters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/diversityreallymatters\/","title":{"rendered":"Diversity &#8211; it really matters."},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-drop-cap\">Ich pers\u00f6nlich finde die Diversity-Debatte unglaublich wichtig. Ich habe mich in den letzten Wochen sehr tief in das Thema eingelesen, es besch\u00e4ftigt mich seit Jahren. Bei einem fr\u00fcheren Arbeitgeber gab es dazu sehr viele Initiativen &#8211; und ehrlicherweise fand ich viele davon kritisch. Auch bei den Gedanken zu der Gr\u00fcndung meines Unternehmens\u00a0<a href=\"https:\/\/www.rainmakersociety.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><u>Rainmaker Society<\/u><\/a>\u00a0habe ich mich damit stark auseinandergesetzt: An wen wollen wir uns richten, wer ist unsere Zielgruppe &#8211; wie interpretieren wir Diversit\u00e4t!?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Doch was ist\u00a0<strong>Diversity<\/strong>\u00a0eigentlich? Die\u00a0<strong>Kerndimensionen<\/strong>\u00a0wurden in den 70er Jahren am National Training Laboratories Institute for Applied Behavioral Science in den USA herausgearbeitet: Geschlecht, Sexuelle Orientierung, Alter, Ethnische Herkunft &amp; Nationalit\u00e4t, Religion &amp; Weltanschauung, Behinderung. Dieses Konzept wurde im Laufe der Jahre weiterentwickelt, unter anderem von\u00a0<a href=\"https:\/\/www.gardenswartzrowe.com\/why-g-r\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><u>Gardenswartz\/Rowe<\/u><\/a>, die das Modell der \u201eThe 4 Layers of Diversity\u201c entwickelt haben (auch als\u00a0<a href=\"https:\/\/www.charta-der-vielfalt.de\/diversity-verstehen-leben\/diversity-dimensionen\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><u>Diversity-Rad<\/u><\/a>\u00a0bekannt). Hier werden die\u00a0<strong>inneren Diversity-Dimensionen\/Kerndimensionen<\/strong>\u00a0erweitert um\u00a0<strong>\u00e4u\u00dfere Dimensionen<\/strong>\u00a0(Einkommen, soziale Herkunft, Berufserfahrung oder Familienstand) sowie\u00a0<strong>organisationale Dimensionen<\/strong>\u00a0(Arbeitsort, Abteilung, Management-Status, Dauer der Zugeh\u00f6rigkeit, etc.).<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Mir wurde in den letzten Jahren oft unterstellt, ich k\u00f6nne als wei\u00dfer, heterosexueller Mann ja gar nicht beurteilen, was Diversit\u00e4t sei. Daher ein politischer Ausflug, der vielleicht etwas aufzeigt, warum ich doch glaube, dass ich zu dem Thema eine Meinung haben darf, auch als &#8222;CIS-Mann&#8220;&#8230;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ich w\u00fcrde mich selber als Anh\u00e4nger des\u00a0<a href=\"https:\/\/www.lernhelfer.de\/schuelerlexikon\/politikwirtschaft\/artikel\/grundstroemung-liberalismus\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><u>&#8222;politischen Liberalismus&#8220;<\/u><\/a>\u00a0bezeichnen.\u00a0<strong>John Locke<\/strong>\u00a0(1632\u20131704) hat vor allem die Rechte des Individuums und ihre Absicherung durch den Staat in den Mittelpunkt gestellt, um sich vom Totalitarismus abzugrenzen.\u00a0Er hat Gedanken zur\u00a0Trennung der Staatsgewalt\u00a0in die gesetzgebende Gewalt (=Parlament) und ausf\u00fchrende Gewalt (=Regierung) entwickelt. Baron Charles de Montesquieu (1689\u20131755) erg\u00e4nzte diese Gedanken um die Notwendigkeit einer unabh\u00e4ngigen richterlichen Gewalt. Der Gewaltenteilung. Diese Gedanken wurden sp\u00e4ter von Immanuel Kant, Karl Popper und Ralf Dahrendorf weiterentwickelt, insbesondere im sozialen Kontext. So hat Dahrendorf in Anlehnung an den sozialen Liberalismus den Staat in der Pflicht gesehen, f\u00fcr alle B\u00fcrger gleiche Ausgangsbedingungen in der Gesellschaft zu schaffen, damit sie ihre Rechte gleicherma\u00dfen wahrnehmen k\u00f6nnen (=Chancengleichheit).<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Auch\u00a0John Rawls\u00a0(1921\u20132002) geh\u00f6rte zu den Erneuerern des politischen Liberalismus. In seiner\u00a0<a href=\"https:\/\/www.getabstract.com\/de\/zusammenfassung\/eine-theorie-der-gerechtigkeit\/3996\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><u>\u201eTheorie der Gerechtigkeit\u201c<\/u><\/a>\u00a0(1971) entwarf er das Modell eines freiheitlich-demokratischen Rechtsstaats, indem er die liberale Grundidee individueller Freiheit mit sozialer und politischer Gerechtigkeit kombinierte (\u201eGerechtigkeit als Fairness\u201c): Demnach m\u00fcssen individuelle Rechte, Freiheiten und Chancen gleich verteilt sein (Sicherung der \u201eGrundg\u00fcter\u201c). Materielle G\u00fcter und soziale Positionen k\u00f6nnen ungleich verteilt sein (z.\u00a0B. aufgrund unterschiedlicher Leistungsm\u00f6glichkeiten), wenn alle B\u00fcrger die gleichen Chancen haben, sie zu erlangen und durch die Ungleichverteilung Vorteile f\u00fcr alle entstehen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>F\u00fcr mich ist Diversit\u00e4t eine Herzensangelegenheit &#8211; nicht, weil ich glaube, dass dadurch Unternehmen wirtschaftlich erfolgreicher sind, sondern weil ich es als Liberaler von Herzen lebe und von den Vorteilen einer pluralistischen Gesellschaft \u00fcberzeugt bin.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Umso erstaunter bin ich dar\u00fcber, wie Diversity instrumentalisiert wird, zum Beispiel mit den McKinsey-Studien\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mckinsey.com\/business-functions\/organization\/our-insights\/why-diversity-matters\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><em><u>Why diversity matters<\/u><\/em><\/a>\u00a0(2015),\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mckinsey.com\/business-functions\/organization\/our-insights\/delivering-through-diversity\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><em><u>Delivering through diversity<\/u><\/em><\/a>\u00a0(2018) und\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mckinsey.com\/featured-insights\/diversity-and-inclusion\/diversity-wins-how-inclusion-matters\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><u>Diversity wins: How inclusion matters<\/u><\/a>\u00a0(2020). Diese Studien drehen sich eigentlich ausschlie\u00dflich um das Thema Gender-Diversity und noch konkreter Frauen. Diese Studien, die gerne immer wieder zitiert werden, um die wirtschaftlichen Vorteile von &#8222;Diversity&#8220; aufzuzeigen, werden freundlich formuliert von der Wissenschaft zerrissen (siehe u.a.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.gwern.net\/docs\/economics\/2018-maitland.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><u>Maitland: Why the Business Case for Diversity Is Wrong<\/u>\u00a0<\/a>\u00a0oder\u00a0<a href=\"https:\/\/hbr.org\/2020\/11\/getting-serious-about-diversity-enough-already-with-the-business-case\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><u>Ely\/Thomas: Getting Serious About Diversity: Enough Already with the Business Case<\/u><\/a>): Die Evidenz aus Diversit\u00e4t im Unternehmen und h\u00f6herer Profitabilit\u00e4t ist laut diverser wissenschaftlicher Untersuchungen nicht nachweisbar. Und bei einem Blick auf die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mckinsey.com\/~\/media\/mckinsey\/featured%20insights\/diversity%20and%20inclusion\/diversity%20wins%20how%20inclusion%20matters\/diversity-wins-how-inclusion-matters-vf.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Methodik<\/a>\u00a0musste ich wirklich staunen. Die Datengrundlage ist maximal oberfl\u00e4chlich. Ist der Sache damit wirklich gedient?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><a href=\"https:\/\/www.forbes.com\/sites\/avivahwittenbergcox\/2020\/11\/17\/do-we-still-need-a-business-case-for-diversity\/?sh=7b5d7e304262\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><u>Wittenberg-Cox\/Chamorro-Premuzic: Do We Still Need A \u2018Business Case\u2019 For Diversity?<\/u><\/a>\u00a0f\u00fchren aus:\u00a0<em>&#8222;Eine der wichtigsten Lehren aus dem zunehmenden globalen Populismus und der Gegenreaktion ist, ob Progressive einen inklusiveren Weg finden werden, um die Inklusion voranzutreiben.\u00a0Im Moment l\u00f6sen die Milliarden, die f\u00fcr die riesige, popul\u00e4re Antidiskriminierungs- und Anti-Bias-Schulungen ausgegeben werden, Widerstand und Ressentiments auf, die der Inklusion nicht dienen.&#8220;<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und geht es den zahlreichen Lautsprechern\/Lautsprecherinnen zu dem Thema eigentlich wirklich um eine Verbesserung des Spannungsfeldes aus Beruf und Familie oder geht es relativ einseitig um eine Verbesserung der Frauenposition? Sorry, dass ich diese Frage stelle &#8211; aber als 100% alleinerziehender Vater nehme ich es mir heraus, diese Frage zu stellen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Eine Firma postet auf dem Post zu einer neuen Kollegin das klasse Team, dabei wird aber leider der Mann aus dem Team vergessen, der seit langen Jahren in der Firma arbeitet? Weil es dann nicht in die Storyline passt? Das ist dann &#8222;Diversit\u00e4t&#8220;? Oder Diskriminierung?!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Gr\u00fcnen beanspruchen f\u00fcr sich, den richtigen Umgang mit Diversity gefunden zu haben und schneiden bei einem Wahlkampffoto die M\u00e4nner aus dem Bild &#8211; um dann bei dem folgenden (aus meiner Sicht berechtigten Shitstorm) zu &#8222;kontern&#8220;, das auf dem vollst\u00e4ndigen Foto immerhin 40 % einen &#8222;People of Color&#8220;-Hintergrund\u00a0<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/buendnis-90-die-gruenen-berliner-gruene-schneiden-maenner-aus-twitter-foto-a-7dc18da9-1c85-457c-8fb9-30b68e40b844\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">haben<\/a>? M\u00f6chte mir irgendwer ernsthaft sagen, dass solch ein Vorgehen zu einer inklusiveren Gesellschaft f\u00fchrt? Genau dieser Weg f\u00fchrt meines Erachtens zu Widerstand gro\u00dfer Bev\u00f6lkerungsgruppen bzw. einer noch gr\u00f6\u00dferen Spaltung.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Eine Headhunterin kokettiert damit, das sie gerade mehrere Frauen in F\u00fchrungspositionen vermittelt hat &#8211; und positioniert sich damit. Fair enough. Um dann auszuf\u00fchren, dass die Start-Up&#8217;s am liebsten \u00e4hnliche Charaktere suchen, also M\u00e4nner. Die Realit\u00e4t ist eine andere: Den Weg in Fr\u00fchphasen-Start-Up&#8217;s finden deutlich seltener Frauen. \u00dcbrigens auch in die Bereiche Sales und Finance&#8230; Dieses Bild ergibt sich aus unz\u00e4hligen Gespr\u00e4chen mit Gr\u00fcndern und Gr\u00fcnderinnen. Diversit\u00e4t w\u00fcrde mehr Kommunikation erfordern, daher aus Zeitmangel die Entscheidung gegen diese. Dazu Ely\/Thomas:\u00a0<em>&#8222;Still another flaw in the familiar business case for diversity is the notion that a diverse team will have richer discussions and a better decision-making process simply because it is diverse. Having people from various identity groups \u201cat the table\u201d is no guarantee that anything will get better; in fact, research shows that things often get worse, because increasing diversity can increase tensions and conflict.&#8220;\u00a0<\/em>Um dann die Aussage zu treffen:\u00a0<em>&#8222;Nur diverse Teams erm\u00f6glichen auf Dauer Erfolg.&#8220;\u00a0<\/em>Da ist sie wieder, die McKinsey-Studie&#8230; Meinen Kommentar zur folgenden Forderung nach der Frauenquote m\u00f6chte ich mir fast sparen &#8211; Gr\u00fcndungen brauchen also mehr Regulierung? Wahnwitziger geht es eigentlich nicht &#8211; die Argumentation h\u00e4lt keiner \u00dcberpr\u00fcfung stand, um dann eine Lobbyforderung zu stellen?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Politiker und Lautsprecher der Gr\u00fcnderszene fordern spezielle Gr\u00fcnderinnen-F\u00f6rderprogramme, beleuchten aber a. nicht, das es f\u00fcr alle Gr\u00fcnder es schwer ist, b. Deutschland von 33 L\u00e4ndern mit vergleichbarem Einkommen auf Platz 28 liegt und damit eine der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.rkw-kompetenzzentrum.de\/publikationen\/studie\/global-entrepreneurship-monitor-20192020\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><u>niedrigsten Gr\u00fcndungsquoten<\/u><\/a>\u00a0hat und c. wird nicht mal im Ansatz beleuchtet, warum nur\u00a0<a href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/gruenderszene\/business\/female-founders-monitor\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><u>16%<\/u><\/a>\u00a0der Gr\u00fcnder weiblich sind? Geht es um eine ernsthafte Verbesserung der Situation oder Symbolpolitik? Oder sogar darum, von dem F\u00f6rderkuchen etwas abhaben zu wollen?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir alle, die wir f\u00fcr &#8222;Mehr Diversit\u00e4t&#8220; eintreten, sollten zuallererst unser eigenes Verhalten hinterfragen. Ich m\u00f6chte ein paar weitere Beispiele nennen:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Geschlecht:<\/strong>\u00a0Robert Habeck wurde anscheinend wegen seinem Geschlecht nicht der Kanzlerkandidat der Gr\u00fcnen. Habeck:\u00a0<em>&#8222;Annalena hat viele Qualit\u00e4ten. Die Frage von Gleichberechtigung, von Emanzipation, also der Frauenkarte (das Wort setzte er mit den Fingern in Anf\u00fchrungszeichen), ist ein und auch ein entscheidendes Kriterium gewesen. Das hei\u00dft aber nicht, dass nicht andere Qualit\u00e4ten ebenfalls vorliegen.&#8220;\u00a0<\/em>Ob er jetzt der richtige oder der falsche Kandidat w\u00e4re, ob er ein &#8222;guter&#8220; Verlierer ist, sei mal dahingestellt. Aber wie w\u00e4re es mit folgendem Gedankenspiel: 51 Jahre alte Frau, stellvertretende Regierungschefin und Umweltministerin in einem Bundesland vs. 40 Jahre alter Mann, keine signifikante Regierungsverantwortung. Es wird der Mann ausgew\u00e4hlt. Wie gro\u00df w\u00e4re die Emp\u00f6rung ob des offenkundigen Sexismus?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Sexuelle Orientierung:\u00a0<\/strong>Bei der Fu\u00dfball-EM ging es um Ungarn und das umstrittene Homosexuellengesetz. Eine wichtige Diskussion &#8211; aber wo sind eigentlich die Proteste gewesen, als die Weltmeisterschaft 2022 nach Katar vergeben wurde, in der Homosexualit\u00e4t mit Gef\u00e4ngnis bestraft wird (und Sepp Blatter bei der Vergabe der WM noch den freundlichen Hinweis gegeben hat, dass w\u00e4hrend des Turniers schwule und lesbische Fu\u00dfballfans sexuelle Enthaltsamkeit zeigen sollten)? Bei der letzten Parlamentswahl in Polen hat die Regierungspartei PiS den Hass auf die LSBTI-Gemeinschaft zu einem zentralen Anker der Wahlstrategie gemacht, mittlerweile r\u00fchmen sich mittlerweile f\u00fcnf Regierungsbezirke, 37 Landkreise und 55 Gemeinden mit dem Label\u00a0<a href=\"https:\/\/www.lsvd.de\/de\/ct\/2227-quot-LSBTI-freie-Zonen-quot-in-Polen-Steigender-Hass-im-Nachbarland\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><u>\u201eLSBTI-freie Zone\u201c<\/u><\/a>. Wo h\u00f6rt man Proteste dazu? Gibt es die Regenbogen-Posts nur, wenn Manuel Neuer seine Kapit\u00e4nsbinde nicht tragen darf?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Alter:\u00a0<\/strong>K\u00fcrzlich schrieb mir eines unserer Kandidaten folgendes:\u00a0<em>&#8222;Von einem Personalberater habe ich vor kurzem (nicht offiziell) folgende Aussage bekommen: Profil passt ganz genau \u2013 alle Kompetenzen voll erf\u00fcllt \u2026 aber: zu alt! &#8211; daher leider Absage!&#8220;<\/em>. In Deutschland sind 13,5 Millionen zwischen 50 und 60 Jahren. Wie gehen wir gesellschaftlich eigentlich damit um und wird das eigentlich thematisiert, dass viele Personen in dieser Altersgruppe Angst vor einem Arbeitsplatzverlust haben oder enorme Schwierigkeiten haben, einen Job zu finden? An uns &#8222;junge Gr\u00fcnder&#8220;: W\u00fcrden wir einen 55-j\u00e4hrigen einstellen?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>[Werbeblocker, bei Interesse melden! Der Berater schrieb mir auch etwas zu seinen St\u00e4rken:\u00a0<em>&#8222;Leistungsorientiert, Wissbegierig, Strategisch, Ideensammler, Tatkr\u00e4ftig. Von zu alt stand da nix \u2013 im Gegenteil: I have lot\u2019s of fire in my belly!&#8220;<\/em>]<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Ethnische Herkunft &amp; Nationalit\u00e4t:<\/strong>\u00a0In 2019 hatten in\u00a0Deutschland\u00a026% der Bev\u00f6lkerung (21 Millionen Menschen) einen Migrationshintergrund. Seit Jahren schreiben wir Mesut \u00d6zil (immerhin 2014 im Weltmeister-Team) zu, er sei &#8222;Deutsch-T\u00fcrke&#8220;, obwohl er in Gelsenkirchen geboren worden ist. Diese Reduzierung liegt vermutlich am Namen, an seiner Religion, seinem Nicht-Mitsingen der Nationalhymne und an seinem Erdogan-Bild. Welches sicherlich maximal ungeschickt war &#8211; aber wo kam die Kritik auf als Lothar Matth\u00e4us zu Propaganda- Zwecken ein Benefiz-Spiel mit dem tschetschenischen Pr\u00e4sidenten Ramsan Kadyrow gemacht hat? Oder wenn Bayern M\u00fcnchen wieder ein Trainingslager macht in Katar? Kann es sein, dass die latente Abneigung an \u00d6zil auch daran liegt, dass er Moslem ist? Ist die ethnische Herkunft immer dann die &#8222;Richtige&#8220;, wenn jemand wei\u00df und abendl\u00e4ndisch ist? Wie viele Vorst\u00e4nde der DAX30 haben eigentlich einen Migrationshintergrund? Aber auch: Ist eigentlich dann unsere Gesellschaft besser, wenn wir nicht mehr das Wort &#8222;Schwarzfahren&#8220; benutzen, um nicht die Menschen mit einem Migrationshintergrund zu verschrecken?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Religion und Weltanschauung:\u00a0<\/strong>Seit Jahren wird in Deutschland \u00fcber den Umgang mit Religion gerungen. Viel dreht sich um den Islam und eine Zunahme der Diskussion seit der Fl\u00fcchtlingskrise 2015\/16. Auch wird viel \u00fcber den Einfluss in der Kirche in der Gesellschaft gesprochen, aktuell dreht es sich um die religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen vom Laschet-Berater Nathanael Liminski. Er sei erzkatholisch und daher eine Gefahr. Sind diejenigen, die ihn hier f\u00fcr seine \u00c4u\u00dferungen von 2007 kritisieren (&#8222;Kein Sex vor der Ehe&#8220;) nicht leicht \u00fcbergriffig? Wie w\u00e4re es, wenn wir z.B. einem Moslem diese Frage stellen w\u00fcrden? Warum mischen wir uns in die Religion von Politikern ein, skandalisieren aber, wenn nach den Kindern der Kanzlerkandidatin gefragt wird (f\u00fcr mich ist \u00fcbrigens beides unerheblich f\u00fcr die Bewertung der Berufsperson)?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Behinderung:\u00a0<\/strong>Mein aktiver Umgang mit behinderten Menschen liegt ehrlicherweise 20 Jahre zur\u00fcck, als ich meinen Zivildienst in der &#8222;Individuellen Schwerstbehindertenbetreuung&#8220; gemacht habe. Aber wie nehmen wir die 7,9 Mill.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2020\/06\/PD20_230_227.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><u>Schwerbehinderten<\/u><\/a>\u00a0in Deutschland eigentlich wahr?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ich glaube, dass es bei Diversit\u00e4t um einen anderen Umgang mit Vielfalt gehen muss. Im Sinne einer offenen Gesellschaft, die Unterschiede anerkennt, aber nicht belehrend aufzeigt was &#8222;richtig&#8220; und was &#8222;falsch&#8220; ist. Ich st\u00f6re mich an Gesinnungsethikern, die staatlich verordnet Sprache und Verhalten ver\u00e4ndern wollen &#8211; und ich nehme vielen, die sehr \u00f6ffentlichkeitswirksam ihre Diversit\u00e4t zur Schau stellen, diese nicht ab.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir m\u00fcssen Machtstrukturen hinterfragen, aber wir m\u00fcssen auch wieder in einen Diskurs finden, der nicht vorher festlegt, was gesagt werden darf &#8211; und was nicht.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir leben in einem fantastischen Land &#8211; ich habe einige andere L\u00e4nder bereist, und so sehr mich viele Dinge st\u00f6ren, haben wir es in Deutschland sehr gut. Und nat\u00fcrlich wei\u00df ich darum, dass ich es als westdeutsches Mittelstandskind leichter als andere hatte. Und bin mir dieser Verantwortung auch bewusst.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Mit der Rainmaker Society m\u00f6chten wir einen Ort schaffen, in dem die verschiedenen Dimensionen der Diversity nur insofern eine Rolle spielen, als das sie den Umgang miteinander bereichern &#8211; Vielfalt als Chance. Wir wollen Mitglieder f\u00fcr uns gewinnen, die die Society mit ihrer Pers\u00f6nlichkeit bereichern, die ihren Beitrag dazu leisten wollen, unsere Gesellschaft zu einem besseren Ort zu machen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Dazu haben wir gemeinsam unsere Werte definiert:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<ul class=\"wp-block-list\">\r\n<li>Wir \u00fcbernehmen Verantwortung, f\u00fcr uns und unsere Umgebung.<\/li>\r\n<li>Wir sind erfolgshungrig, wollen kontinuierlich lernen.<\/li>\r\n<li>Wir sind begeistert und bereit unsere Inspiration zu teilen.<\/li>\r\n<li>Wir sind mutig und offen f\u00fcr neue Blickwinkel.<\/li>\r\n<li>Wir bringen uns ein f\u00fcr Ver\u00e4nderung und Innovation.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Bleibt uns gewogen!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und: LET. IT. RAIN.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Dirk<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ich pers\u00f6nlich finde die Diversity-Debatte unglaublich wichtig. 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