{"id":1578,"date":"2021-03-18T09:00:00","date_gmt":"2021-03-18T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rainmakersociety.de\/?p=1578"},"modified":"2024-11-06T15:39:37","modified_gmt":"2024-11-06T14:39:37","slug":"newwork","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/newwork\/","title":{"rendered":"Was ist dieses &#8222;New Work&#8220;\u200b&#8230;?!"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-drop-cap\">Aktuell wird meine Timeline bei LinkedIn eigentlich t\u00e4glich von &#8222;Propheten des New Work&#8220; geflutet. Beispiele: V\u00e4ter erz\u00e4hlen, wie wichtig die Familie ist &#8211; und sie eigentlich nur noch 60-80% arbeiten wollen. K\u00fcrzlich postete ein Unternehmer, dass er sich jetzt feste &#8222;Familyslots&#8220; in den Kalender schreibt (&#8230;not kidding: Es war der Sonntag). Dann lese ich, dass eigentlich B\u00fcropr\u00e4senz nichts mehr taugt und das alles viel produktiver sei, wenn es nur noch Homeoffice g\u00e4be. Ich muss intuitiv an Marcellus\/Hamlet denken:\u00a0<em>&#8222;Etwas ist faul im Staate D\u00e4nemarks.&#8220;\u00a0<\/em>Viele der Themen sind richtig\/wichtig, ich sehe aber die Intention mehr als &#8222;bewusstes Eigenmarketing&#8220;.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ich schreibe das hier \u00fcbrigens nicht als Gr\u00fcnder der RainmakerSociety, sondern weil mich diese Themen massiv besch\u00e4ftigen. Und ich glaube, dass viele Dinge hinterfragt werden m\u00fcssen &#8211; ganz sicher gibt es enormen Nachholbedarf bei der Sicht auf der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, und noch mehr auf Diversit\u00e4t in der Arbeitswelt. F\u00fcr mich gibt es aber auch Schattenthemen&#8230;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Der finale Ausl\u00f6ser hierf\u00fcr war \u00fcbrigens ein\u00a0<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/posts\/jannikschilling_ein-mechanisches-weltbild-ist-aus-meiner-activity-6777567534913728512-7MA8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong><u>Artikel<\/u><\/strong><\/a>\u00a0eines Berufseinsteigers, der in einer gepflegten Kurzanalyse sowohl die gesamte Bankenwelt angreift, als auch einige Top-Management-Empfehlungen parat hat. Berufserfahrung: 9 Monate (inkl. 4 Monate Praktikum). Mein erster Gedanke: Etwas Demut schadet nicht&#8230;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ich habe erlebt, wie in einer Firma ein teilholokratisches System aufgebaut wurde. Wie Scrum und agiles Arbeiten die Firmen flutet, weil Hierarchie \u00fcberwiegend kritisch gesehen wird; und weil sicherlich das System der Old Economy an sehr vielen Stellen nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df ist. Wie die &#8222;Gig Economy&#8220; den Arbeitsmarkt ver\u00e4ndern wird, mit den Insights, die ich in meinen Rollen bei einem Freiberuflermarktplatz und bei der RainmakerSociety sammeln durfte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">What is the &#8222;New Normal&#8220;?<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die &#8222;Wissens\u00f6konomie&#8220; und die Digitalisierung verschiebt alle bekannten Grenzen und unsere Wahrnehmung zu dem Thema Arbeit. Wie intelligente Maschinen die Zukunft der Arbeit ver\u00e4ndern werden, wissen wir nicht, wir k\u00f6nnen es nur erahnen &#8211; wobei die (selbsternannten) Zukunftsforscher\/-experten hier ja einige spannende Szenarien zeichnen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir stecken in einem massiven Ver\u00e4nderungsprozess und k\u00f6nnen die Folgen der &#8222;Arbeitswelt 2035&#8220; nicht mal im Ansatz beschreiben, au\u00dfer: Es wird alles anders sein.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ist Leistung und sind Pflichten noch wichtig?<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ich freue mich auf die Zukunft &#8211; aber eine Sache macht mir ehrlicherweise Sorgen: Wir sprechen nicht mehr \u00fcber Leistung. Und wir sprechen auch nicht mehr \u00fcber Pflichten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1597\" src=\"https:\/\/rainmakersociety.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/NewWork.jpeg\" alt=\"\" width=\"535\" height=\"788\" srcset=\"https:\/\/rainmakersociety.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/NewWork.jpeg 467w, https:\/\/rainmakersociety.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/NewWork-250x368.jpeg 250w, https:\/\/rainmakersociety.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/NewWork-120x177.jpeg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 535px) 100vw, 535px\" \/>\r\n<figcaption>Brief von meinem Gro\u00dfvater anl\u00e4sslich meines Geburtstages 1995<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ich bin in einem preu\u00dfischen Elternhaus sozialisiert worden und sehe sicherlich einige der damaligen Ratschl\u00e4ge teilkritisch. Mein Gro\u00dfvater hat mir 1995 zum Geburtstag eine Richtschnur f\u00fcrs Leben geschenkt &#8211; und mich haben diese Ratschl\u00e4ge trotzdem unfassbar gepr\u00e4gt. Ich war nie talentierter als andere, ich wusste aber relativ fr\u00fch, wo ich hinm\u00f6chte. Und wenn ich es nicht bekommen habe, habe ich h\u00e4rter gearbeitet (<em>&#8222;Sei dreimal so fleissig wie die anderen&#8220;<\/em>). Ich zweifle jeden Tag an mir, ich bin nie selbstzufrieden. Und wenn ich am Tag 5 Fehler mache, muss ich halt mehr Entscheidungen treffen, damit der Schnitt nicht allzu schlecht wird&#8230;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Nur leider sehe ich, dass gewisse Tugenden nicht mehr positiv gesehen werden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Beobachtungen mit der &#8222;jungen Generation&#8220;<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und ich beobachte andere Entwicklungen: Ich erinnere mich an einen Praktikanten, der mir einen Termin einstellte, um dann auszuf\u00fchren, wie er &#8222;die Organisation&#8220; aufbauen w\u00fcrde. Ich erinnere mich an Vorstellungsgespr\u00e4che, bei denen ein Berufseinsteiger mich gefragt hat, wie viele Tage man denn im B\u00fcro sein m\u00fcsse:\u00a0<em>&#8222;Office-Pflicht k\u00f6nne ja nicht die Regel sein&#8230;!&#8220;<\/em>. Ich sehe, dass manche Angestellte mehr auf die strikte Einhaltung der Arbeitszeiten pochen mit einer sehr klaren Auslegung von &#8222;10-to-6&#8220; &#8211; es dann aber trotzdem schaffen, eine Stunde ins Fitness-Studio zu gehen, den Abstecher am Kicker\/der Tischtennisplatte nicht vergessen, eine kurze Mittagspause einlegen, um dann um exakt um 18.01 Uhr das B\u00fcro zu verlassen, weil die imagin\u00e4re Werk-Sirene gedr\u00f6hnt hat&#8230; Es geht oftmals nicht um eine Ausgewogenheit der &#8222;Work-Life-Balance&#8220;, es geht um die Eigenoptimierung der &#8222;life&#8220;-Seite. Und die Arbeitgeber spielen mit: Der B\u00fcrogoldfisch, der Kicker, frisches Obst, die Entspannungsecke.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ja, vermutlich bin ich in der Zeit stehen geblieben. Ich kann mich mit manchen &#8222;Realit\u00e4ten&#8220; nicht anfreunden. Ich habe aber immer gewusst, dass es bei Rechten auch um Pflichten geht &#8211; und das Arbeit nicht immer nur Spa\u00df ist. Ich wusste immer, dass ich nur mit harter Arbeit und Leidenschaft meine Ziele erreiche. Sei es meine Marathonbestzeit von 2:59, obwohl ich vermutlich der Prototyp des Antisportlers bin. Oder auch den beruflichen Weg, den ich gegangen bin. Mich hat immer meine Leidenschaft, aber auch mein Wille angetrieben. Mit Disziplin selbst im Moment des Scheiterns nach vorne zu gucken.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie ist der &#8222;Status Quo&#8220;?<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ich w\u00fcnsche mir manchmal von der &#8222;jungen Generation&#8220;, dass wieder ein Blick auf das Wichtige geworfen wird: Wir leben in einem Land, dem es wirtschaftlich enorm gut geht. Wir haben einen unfassbaren Wohlstand &#8211; und k\u00f6nnen uns jeden Tag auf h\u00f6chstem Level beklagen, wie schlecht es uns geht. Aber vielleicht sollten wir doch einen Blick auf unsere Elterngeneration und auf unsere Gro\u00dfelterngeneration (und f\u00fcr manche die Urgro\u00dfeltern) werfen, die nach dem zweiten Weltkrieg insbesondere Westdeutschland &#8222;from scratch&#8220; aufgebaut haben &#8211; zu einer der f\u00fchrenden Industrienationen der Welt. Wir sind wahnsinnig stark darin, die &#8222;Alten&#8220; f\u00fcr all ihre Fehler zu kritisieren (mich in Teilen eingeschlossen), wir vergessen aber, dass es insbesondere harte Arbeit war, die uns ein Leben mit relativ hohem Wohlstand gebracht hat.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und wir gucken auch nicht mehr, welche Entwicklungen es in anderen L\u00e4ndern gibt. Wie insbesondere der asiatische Raum massiv aufholt, bzw. uns in vielen Bereich l\u00e4ngst \u00fcberholt hat. Wie wir bei Themen der Digitalisierung den internationalen Anschluss verlieren.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ich m\u00f6chte wirklich nicht \u00fcber Corona schreiben, dazu ist eigentlich alles gesagt. Wenn es aber aktuell eine Sache gibt, die mir Angst macht, ist es der desastr\u00f6se Digitalisierungs-Status Quo (siehe Schulen, siehe Impforganisation), aber auch, wie wir in Deutschland zu Unternehmertum, Verantwortung und Arbeit stehen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lasst uns Verantwortung f\u00fcr ein &#8222;Neues Deutschland&#8220; \u00fcbernehmen!<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Vielleicht sollten wir die aktuelle Corona-Situation doch als Chance sehen! Und uns wirklich einmal damit auseinandersetzen, wie wir uns f\u00fcr die Zukunft r\u00fcsten k\u00f6nnen und ein &#8222;Neues Deutschland&#8220; denken. Die Zukunft bietet wahnsinnig viele Chancen, aber auch Herausforderungen. Mit Mut, Entschlossenheit, Leidenschaft, Wille und Unternehmertum werden wir die Herausforderungen aber weitaus leichter bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen, als mit dem aktuell h\u00e4ufig zu beobachtenden Mindset zu der Wirtschaft und einem sich immer breiter machenden Lifestyle der &#8222;jungen Generation&#8220;. Und wir sollten uns vielleicht auch ein paar Tugenden und Eigenschaften der &#8222;alten Generation&#8220; abschauen, und nicht nur auf die Maximierung der Luxusbed\u00fcrfnisse konzentrieren. Ich habe gelernt: Erst die Arbeit, dann das Vergn\u00fcgen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Aktuell wird viel angemahnt, dass die Politik nicht mehr die Verantwortung f\u00fcr ihr teils miserables Handeln \u00fcbernimmt. Ich glaube, dass das ein Spiegelbild der heutigen Zeit ist &#8211; aber wir k\u00f6nnen es anders machen und selber in unserem Umfeld\u00a0<u>VERANTWORTUNG<\/u>\u00a0\u00fcbernehmen. Dazu \u00fcbrigens als kleiner Tipp ein wahnsinnig toller Podcast, der mich wirklich mitgenommen hat &#8211;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/2021-03\/cdu-krise-maskenaffaere-lobbyismus-walter-kohl-politikpodcast\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><strong><u>hier<\/u><\/strong><\/a>\u00a0geht&#8217;s lang&#8230; Es geht zwar viel um Politik, aber der Sohn von Helmut Kohl spricht auch viel \u00fcber Themen wie Unternehmertum und Leistung. Aber sobald wir die Politik kritisieren, sollten wir auch \u00fcber uns selber viel mehr nachdenken, welche Rolle wir einnehmen&#8230;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong><em>&#8222;And so, my fellow Americans: ask not what your country can do for you \u2014 ask what you can do for your country.&#8220;<\/em><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>In seiner Amtsantrittsrede hat Kennedy es ziemlich deutlich gesagt und ich glaube, dass das auch heute richtig ist: Es geht nicht darum, was der Staat\/die Politik oder die Wirtschaft\/der Arbeitgeber f\u00fcr mich tun kann. Wir sollten uns manchmal auch die Frage stellen, was WIR f\u00fcr das Land, die Gesellschaft, unser Umfeld und das Unternehmen tun k\u00f6nnen, in dem wir arbeiten&#8230;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>LET. IT. RAIN.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Euer Dirk<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>P.S.: Sorry, dass musste raus&#8230;<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Aktuell wird meine Timeline bei LinkedIn eigentlich t\u00e4glich von &#8222;Propheten des New Work&#8220; geflutet. Beispiele: V\u00e4ter erz\u00e4hlen, wie wichtig die Familie ist &#8211; und sie eigentlich nur noch 60-80% arbeiten wollen. K\u00fcrzlich postete ein Unternehmer, dass er sich jetzt feste &#8222;Familyslots&#8220; in den Kalender schreibt (&#8230;not kidding: Es war der Sonntag). 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