{"id":4168,"date":"2024-07-09T12:00:19","date_gmt":"2024-07-09T10:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/rainmakersociety.de\/?p=3900"},"modified":"2024-11-20T13:46:44","modified_gmt":"2024-11-20T12:46:44","slug":"mit-mehr-achtsamkeit-zu-mehr-umsatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/mit-mehr-achtsamkeit-zu-mehr-umsatz\/","title":{"rendered":"Mit mehr Achtsamkeit zu mehr Umsatz?"},"content":{"rendered":"<p>\u201eAchtsamkeit bedeutet, sich im aktuellen Augenblick der eigenen Gedanken, der k\u00f6rperlichen Verfassung und der Umgebung bewusst zu sein \u2013 neugierig, urteilsfrei und wohlwollend\u201c, schreibt <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/martinaweifenbach\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><u>Dr. Martina Weifenbach<\/u><\/a> in ihrem neu erschienen und von ihr herausgegebenen Buch \u201e<a href=\"https:\/\/buch.myndway.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><u>Erfolgsformel Achtsamkeit \u2013 bewusst f\u00fchren, nachhaltig gewinnen<\/u><\/a>\u201c.<\/p>\n<p>Seit Jahren besch\u00e4ftigt sie sich mit dem Thema Achtsamkeit und wie sich Achtsamkeitspraktiken positiv auf den Outcome in Teams bzw. in Unternehmen auswirken. Ihr Interesse kam schon fr\u00fch und aus der eigenen Erkenntnis heraus: \u201eDurch Yoga und Meditation bin ich selbst mehr zu mir gekommen. Ich war zufriedener und vor allem produktiver. Aus der Erfahrung heraus habe ich begonnen, mich mit der wissenschaftlichen Forschung dazu zu besch\u00e4ftigen\u201c, erz\u00e4hlt sie im Interview.<\/p>\n<p><b><i>Pflichtbewusstsein oder \u00dcbersch\u00e4tzung? Wieso glaubst Du, dass Mitarbeitende \u00fcber ihre Grenzen gehen?<\/i><\/b><\/p>\n<p>Das hat verschiedene Gr\u00fcnde. Zum einen sind wir durch die Art Schule und Systeme dazu erzogen worden, Leistungstr\u00e4gerInnen zu sein. Gleichzeitig haben wir aber nie die F\u00e4higkeit entwickelt, wahrzunehmen, was unser K\u00f6rper gerade braucht und wo unsere Grenzen sind. Wir k\u00f6nnen keine Grenzen setzen bzw. wir nehmen sie nicht richtig wahr.<\/p>\n<p>Aus neurobiologischer Sicht setzen der Pr\u00e4frontale Kortex, die Amygdala und unser Somatisches System Signale. Unser Somatisches System schickt dem Gehirn die Botschaft, dass jetzt eine Pause notwendig w\u00e4re, doch der Pr\u00e4frontale Kortex widersetzt sich: Das Ziel muss zuerst erreicht werden. Die Bereiche arbeiten nicht im Team.<\/p>\n<p><b><i>Wie k\u00f6nnen F\u00fchrungskr\u00e4fte f\u00fcr mehr Gesundheit und Achtsamkeit im Team bzw. im Unternehmen<\/i><\/b> <b><i>sorgen?<\/i><\/b><\/p>\n<p>Achtsamkeitspraktiken helfen, mit dem Thema Stress umzugehen. 68\u00a0% der Mitarbeitenden sehen ihre F\u00fchrungskraft als 1. Ansprechpartner, wenn zu viel Druck empfunden wird. Die F\u00fchrungskraft muss dementsprechend vorleben, wie der achtsame Umgang gelebt werden kann. Das erm\u00f6glicht auch den Mitarbeitenden, diesen Weg zu gehen, denn zu 80\u00a0% lernen wir aus der Erfahrung, nur zu 20\u00a0% aus der Theorie. Wir m\u00fcssen es selbst leben, um es zu verstehen und zu verinnerlichen.<\/p>\n<p>Bei den Bereichen Achtsamkeit und Achtsamkeitspraktiken schauen wir auf 20 Jahre Forschung zur\u00fcck. Innerhalb von wenigen Minuten wird durch diese Praktiken unser Stresslevel gesenkt. Das wirkt schon in 2 Minuten oder auch weniger. Wenn der K\u00f6rper zu viele Stresshormone produziert, dann hat das Auswirkungen auf die Konzentration, Leistungsf\u00e4higkeit, Produktivit\u00e4t und die Gesundheit.<\/p>\n<p>Krankenfehlst\u00e4nde sind in den letzten Jahren um 30\u201340\u00a0% gestiegen (je nach Studie). Im Schnitt haben wir, je nach Statistik, 14,3\u201330,3 Fehltage im Jahr. In harten Fakten sind das extreme Kosten f\u00fcr die Arbeitgeber. Immer weiter, immer mehr Leistung ist bei diesen Daten \u00fcberhaupt nicht zielf\u00fchrend.<\/p>\n<p>Auch bedingt durch Themen wie Fachkr\u00e4ftemangel, Generationenwechsel und Personalabbau \u2013 weniger Menschen m\u00fcssen mehr leisten \u2013 erh\u00f6ht sich der Druck auf die wenigen Verbleibenden. Das sind Fakten.<\/p>\n<p><b><i>Was macht Achtsamkeit im Team?<\/i><\/b><\/p>\n<p>Achtsamkeit startet nicht im Team, sondern bei einem selbst. Wenn ich mit mir als Mensch verbunden bin, trainiere ich meine Wahrnehmung und meine Empathie mit mir selbst. Ist dieser \u201eMitgef\u00fchlmuskel\u201c trainiert, sch\u00e4rft das auch das Bewusstsein daf\u00fcr, wie es meinem Gegen\u00fcber geht, und beeinflusst, wie das Miteinander aussieht.<\/p>\n<p>Achtsamkeit hilft auch, mit Themen wie Fehlschl\u00e4ge, Unsicherheiten oder Risiken und Herausforderungen umzugehen. Um solche Themen anzusprechen, braucht es Vertrauen. Mit den Achtsamkeitspraktiken wird gezielt Mitgef\u00fchl ge\u00fcbt. Das st\u00e4rkt Areale im Gehirn, die helfen, in Verbindung mit uns und anderen zu treten. Um \u00dcbungen wie Momente der Dankbarkeit oder aktives Zuh\u00f6ren gut umzusetzen, braucht es eine sehr gute Anmoderation der F\u00fchrungskr\u00e4fte. So kann der sichere Rahmen geschaffen werden, um sich zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p><b><i>Wie korreliert der Output der einzelnen Teams mit der Achtsamkeit im Team?<\/i><\/b><\/p>\n<p>Vor kurzem habe ich ein Team begleitet, das unter starkem Stress und Druck gearbeitet hat. Mit den Praktiken haben wir es geschafft, das Mindset zu ver\u00e4ndern. Vom Team kam die R\u00fcckmeldung, dass sie bessere Entscheidungen treffen konnten als in einem anderen Kontext, dass die Kommunikation unter Druck besser geworden sei und nicht nur Reaktion stattgefunden h\u00e4tte, sondern auch Raum daf\u00fcr war, wie reagiert werden sollte.<\/p>\n<p>Achtsamkeitspraktiken im Team helfen, Folgendes zu beeinflussen:<\/p>\n<ul>\n<li aria-level=\"1\">Entscheidungsfindung<\/li>\n<li aria-level=\"1\">Qualit\u00e4t der Kommunikation<\/li>\n<li aria-level=\"1\">F\u00e4higkeit des Konfliktmanagements<\/li>\n<\/ul>\n<p><b><i>Was sind Deine Top 3 Praxis-Tipps f\u00fcr mehr Achtsamkeit in Beruf und Privatleben?<\/i><\/b><\/p>\n<p>F\u00fcr mich sind die besten Praktiken Mini-\u00dcbungen. Das sind \u00dcbungen, die man innerhalb von f\u00fcnf Minuten machen kann, aber sofort Auswirkungen auf das Nervensystem zeigen.<\/p>\n<p><i>Physiological Sigh<\/i> ist so eine Mini-\u00dcbung. Sie funktioniert folgenderma\u00dfen: Tief einatmen, bis man nicht mehr kann, nochmal einatmen, dann ausatmen mit einem Seufzer. Es beruhigt sofort.<\/p>\n<p><i>Ali<\/i> ist eine sch\u00f6ne \u00dcbung, bevor man z.B. in einen Meetingraum oder daheim durch die T\u00fcr tritt: Ali steht f\u00fcr <b>a<\/b>tmen, <b>l<\/b>\u00e4cheln, <b>i<\/b>nnehalten. Das sorgt innerhalb von Sekunden f\u00fcr einen Gl\u00fccklich-Kick, einen Serotonin-Kick. Es wird eingeatmet, ein gro\u00dfes L\u00e4cheln wird aufs Gesicht gebracht, dann ausgeatmet. Ali schafft Wohlbefinden und l\u00f6st Entspannung. Sofort begegnet man Menschen mit mehr Wohlwollen.<\/p>\n<p>Der <i>Crazy Shake<\/i> ist eine tolle \u00dcbung, denn wir d\u00fcrfen unseren K\u00f6rper auch f\u00fcr etwas anderes nutzen, als f\u00fcr Sitzen und Tippen. Wenn man merkt, dass man ganz steif wird, sch\u00fcttelt man K\u00f6rper und H\u00e4nde richtig gut aus. In den kurzen 30\u201340 Sekunden l\u00f6st sich der K\u00f6rper, Anspannung und Verspannung verschwinden und machen Platz f\u00fcr neue Inhalte, neue Ideen und Kreativit\u00e4t. Der Crazy Shake macht sofort Platz im Kopf.<\/p>\n<p><b><i>Du ber\u00e4tst auch: Wo gibt es die gr\u00f6\u00dften Aha-Momente in solchen Situationen?<\/i><\/b><\/p>\n<p>Jedes Training beginnt mit einer Achtsamkeitspraktik. Viele sind danach erstaunt, dass sie aktiv bemerken, wie sie sich entspannt haben, oder auch wie schlecht sie atmen. Anderen war gar nicht bewusst, wie viele Gedanken sie in ihrem Kopf haben.<\/p>\n<p><b><i>Was ist Dir ganz pers\u00f6nlich beim Thema Achtsamkeit am wichtigsten?<\/i><\/b><\/p>\n<p>Ich habe meinen Zugang zum Thema Achtsamkeit durch meine eigene Erfahrung gefunden. Durch Yoga und Meditation bin ich mir selbst n\u00e4her gekommen. Ich war zufriedener, produktiver. Und das in einem Raum, wo ich mich nicht ausgebrannt habe.<\/p>\n<p>Daraufhin habe ich mich mit der Forschung zu diesem Thema mehr besch\u00e4ftigt. F\u00fcr mich ist Achtsamkeit eine gro\u00dfe Antwort darauf, wie wir die Herausforderungen der heutigen Zeit meistern k\u00f6nnen. Wie wir als Menschen aus der eigenen Kraft heraus L\u00f6sungen entwickeln k\u00f6nnen. Deshalb m\u00f6chte ich das weiter vermitteln. In die eigene Kraft kommen, um Wirken zu gestalten und damit unsere Zukunft.<\/p>\n<p><b><i>Wie sieht es mit Umsetzungskosten aus?<\/i><\/b><\/p>\n<p>13 % der Mitarbeiter sind engagiert. Das wiederum bedeutet, dass ein gro\u00dfer Teil der aktuellen Besch\u00e4ftigen wenig bis keinen Antrieb versp\u00fcrt, sich angemessen in ihrem Job einzubringen. Die verursachten Kosten k\u00f6nnen bis zu \u00bd Million Euro betragen. Der Mitarbeiter kostet 80.000\u00a0Euro im Jahr \u2013 auf mehrere Jahre unproduktiver Arbeit ist das ein teurer Posten. Der neue Mitarbeiter kostet das Unternehmen wieder 80.000 Euro, dazu kommen 2\u20133 Jahresgeh\u00e4lter f\u00fcr das Recruiting.<\/p>\n<p>Im Schnitt kostet das Achtsamkeitstraining bei myndway 500\u2013600 Euro. Ein gro\u00dfer Unterschied.<\/p>\n<p>Ich sage immer: Investiert in die Mitarbeitenden, die da sind. Denn die Investition in einen Mitarbeiter, der nicht engagiert ist, steht in keinem Verh\u00e4ltnis.<\/p>\n<p><b><i>Welche Investitionen haben sich aus Deiner Erfahrung heraus am meisten gelohnt?<\/i><\/b><\/p>\n<p>Trainingsprogramme mit Fokus auf F\u00fchrungskr\u00e4fte sind absolut lohnenswert und eine Investition, die sich auszahlt. Besonders effektiv sind drei bis vier Wochen dauernde Trainings, die aus mindestens vier Einheiten bestehen. Diese nachhaltigen Trainings sind darauf ausgelegt, echte Ver\u00e4nderungen zu bewirken. W\u00e4hrend Sensibilisierungsformate gut sind, garantieren sie nicht unbedingt eine Verhaltens\u00e4nderung. Daher empfehle ich allen Unternehmen, in nachhaltige F\u00fchrungskr\u00e4ftetrainings zu investieren, um langfristige Verbesserungen zu erzielen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>\u00dcber Dr. Martina Weifenbach<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/martinaweifenbach\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><u>Dr. Martina Weifenbach<\/u><\/a>\u00a0ist Vorreiterin in der Verkn\u00fcpfung von Achtsamkeit, nachhaltiger Innovation und Good Work. Frau Dr. Weifenbach ist Autorin von \u201cAchtsamkeit und Innovation in integrierten Organisationen\u201d und \u201cErfolgsformel Achtsamkeit&#8220;, Executive Coach und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von myndway. myndway bringt den achtsamen Transformationsansatz von Frau Dr. Weifenbach in Trainings f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte und Teams zusammen. In mittlerweile \u00fcber 1.000 Achtsamkeitstrainings hat sie internationale Konzerne und Mittelstand aus unterschiedlichsten Industrien begleitet.<\/p>\n<p>Dr. Weifenbach hat f\u00fcr Unternehmen wie die Dt. Telekom, Google und Mercedes Benz sowie in Berliner Startups in den Bereichen Innovation, Strategie und HR gearbeitet. W\u00e4hrend ihrer Promotion an der Universit\u00e4t St. Gallen, am HIIG in Berlin und an der UC Berkeley \u00fcber Gesch\u00e4ftsmodellinnovation hat sie ein Kognitionsmodell f\u00fcr die Gestaltung von Ver\u00e4nderungsprozessen entwickelt. Die Neurowissenschaft erg\u00e4nzt ihren Zugang um die menschliche Bewusstseinsperspektive. Diese wird zunehmend wichtiger, um die neue Arbeitswelt zu gestalten, ohne die Ver\u00e4nderungen auf Pauschall\u00f6sungen zu reduzieren.<\/p>\n<p>Als Speakerin, Dozentin und Beraterin tr\u00e4gt Frau Dr. Weifenbach ihre Vision von menschlichen und erfolgreichen Unternehmen in die Welt.\u00a0Die Ur-Allg\u00e4uerin, die sich nach Berlin verirrt hat und geblieben ist, liebt sch\u00f6ne Bergtouren, ihre Familie und Yoga.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eAchtsamkeit bedeutet, sich im aktuellen Augenblick der eigenen Gedanken, der k\u00f6rperlichen Verfassung und der Umgebung bewusst zu sein \u2013 neugierig, urteilsfrei und wohlwollend\u201c, schreibt Dr. Martina Weifenbach in ihrem neu erschienen und von ihr herausgegebenen Buch \u201eErfolgsformel Achtsamkeit \u2013 bewusst f\u00fchren, nachhaltig gewinnen\u201c&#8230;","protected":false},"author":1,"featured_media":4199,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"content-type":"","footnotes":""},"categories":[111,93,99,100,10],"tags":[],"class_list":["post-4168","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-coaching","category-fuehrung","category-gesundheit","category-leistung","category-unkategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4168"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4168\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6008,"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4168\/revisions\/6008"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4199"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4168"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4168"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}