{"id":5183,"date":"2023-08-07T12:00:33","date_gmt":"2023-08-07T10:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/rainmakersociety.de\/?p=5183"},"modified":"2024-11-06T15:09:38","modified_gmt":"2024-11-06T14:09:38","slug":"wie-divers-sind-wir-menschen-mit-handicap-im-berufsleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wie-divers-sind-wir-menschen-mit-handicap-im-berufsleben\/","title":{"rendered":"Wie divers sind wir? \u2013 Menschen mit Handicap im Berufsleben"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400;\">Stephan Wenn unterst\u00fctzt Unternehmen dabei, Menschen mit Handicap einzustellen. Das Thema Diversit\u00e4t ist ihm ein Herzensanliegen \u2013 es ist nicht nur sein Job.<\/span><\/p>\n<h2><b>Unterst\u00fctzung im Prozess<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Unternehmen begeben sich auf neues Terrain, wenn sie zum ersten Mal einen Menschen mit Behinderung einstellen wollen. Angefangen bei der Jobbeschreibung bis zu F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten und Schulungen im Team. Von der deutschen Industrie getrieben, gibt es deshalb zentrale Anlaufstellen. Diese stehen den Firmen beratend und unterst\u00fctzend zur Seite. Sie erstellen Handreichungen, wie am besten vorgegangen werden k\u00f6nnte. Unternehmen k\u00f6nnen anhand der Fakten schlie\u00dflich eine fundierte Entscheidung f\u00e4llen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Stephan Wenn ist einer davon. Zuerst bei der Agentur f\u00fcr Arbeit in diesem Bereich t\u00e4tig gewesen, ist er nun nach schwerer Krankheit und Genesung, jedoch mit 50%igem Behinderungsgrad, zur\u00fcck im Berufsleben \u2013 und das mit vollstem Engagement.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Zu seinem Aufgabenbereich geh\u00f6rt es, beratende Gespr\u00e4che mit Unternehmen zu f\u00fchren. Diese seien, wie er erz\u00e4hlt, h\u00f6chst individuell. Oftmals m\u00fcssten zuerst Blockaden im Kopf gel\u00f6st werden. Die Unternehmer haben ihre individuellen Ansichten sowie Vorerfahrungen gemacht. Es ist schwierig, sich eine genaue Vorstellung davon zu machen, da Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft wenig sichtbar sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eAusgrenzung findet auf sehr vielen Ebenen statt \u2013 damit stehen wir uns aber oft selbst im Weg. Die Normalit\u00e4t muss in den Markt geholt werden.\u201c Stephan Wenn<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Mittlerweile gibt es sehr viele und gute Angebote, Menschen mit Behinderung auf den Arbeitsmarkt zu bringen, z.B. auch durch die Nutzung neuer Technologien. Bei der Auswahl stehen Berater zur Seite.<\/span><\/p>\n<h2><b>Thema Diversit\u00e4t aus allen Richtungen beleuchten<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In den Medien und auf sozialen Plattformen findet das Thema Diversit\u00e4t in gro\u00dfem Ma\u00dfe im Bereich Gender statt. Das Schlagwort Altersdiskriminierung, wie es auch Stephan Wenn als Arbeitssuchender mit 57 Jahren erlebt hat, wird schon deutlich weniger diskutiert. Doch das Thema Handicap und Inklusion sind nur im Randbereich ein Thema. Dabei leben 8.000.000 Menschen mit Schwerbehinderung in Deutschland.<\/span><\/p>\n<h3><b>Initiativen<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es gibt viele Privatinitiativen und \u00f6ffentliche Institutionen, die sich um einzelne Themengebiete k\u00fcmmern. Wenn man diese Energie b\u00fcndeln w\u00fcrde, k\u00f6nnte noch viel mehr geleistet werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eInklusion bedeutet ein Miteinander, wo es keine Gewinner und Verlierer geben kann. Das ist Chancengleichheit auf ganzer H\u00f6he.\u201c Stephan Wenn<\/span><\/p>\n<h3><b>\u00d6ffentlichkeitswirksamkeit<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Inklusion ist ein Thema, worum sich Unternehmer aktiv k\u00fcmmern m\u00fcssen. Jedoch ist der Bereich in den K\u00f6pfen gar nicht so pr\u00e4sent, schlicht, weil es in den Medien keine so starke Pr\u00e4senz hat, wie es w\u00fcnschenswert w\u00e4re. Laufend werden neue Themen auf den sozialen Plattformen und in den Medien gepusht. Es sind meistens diese, wo Menschen sich am meisten engagieren. Die Medien greifen nat\u00fcrlich genau solche Themen auf.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eWir treiben jedes Jahr eine neue Sau durchs Dorf, und der, der am lautesten schreit, der hat dann auch die meisten F\u00fcrsprecher. So wirkt das auf mich oftmals.\u201c Stephan Wenn<\/span><\/p>\n<h3><b>Reden wir dar\u00fcber<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dar\u00fcber sprechen ist wichtig, noch besser ist es aber, sich regelm\u00e4\u00dfig aktiv mit Menschen mit Behinderung zu besch\u00e4ftigen. Denn es reicht nicht nur, dar\u00fcber zu reden und dort all die Energie verpuffen zu lassen. Stephan Wenn hat dies erlebt, als er als Trainer eine Fu\u00dfballmannschaft f\u00fcr Kinder mit Handicap gegr\u00fcndet hat \u2013 und diese \u201eHandicaps\u201c nennt. Es gab im Vorhinein au\u00dferhalb der Mannschaft Diskussionen, ob man den Begriff Handicap \u00fcberhaupt benutzen d\u00fcrfte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Kinder interessieren solche Begrifflichkeiten jedoch gar nicht. Sie wollen Kicken, ihre neuen Trikots tragen und Spa\u00df haben. Auch f\u00fcr Stephan Wenn geht es um die Sache und den erm\u00f6glichten Alltag \u2013 und nicht um die Begrifflichkeiten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eIch hatte einen Fu\u00dfballspieler im Verein, der bei jeder neuen \u00dcbung gefragt hat, ob auch \u201enormale\u201c Spieler das so machen w\u00fcrden. Die Antwort war nat\u00fcrlich immer \u201aJa\u2018. Und dann hat er die \u00dcbung auch so durchgezogen. Er wollte ein normaler Fu\u00dfballspieler sein.\u201c Stephan Wenn<\/span><\/p>\n<h3><b>Topleistungen erm\u00f6glichen \u2013 Umfeld schaffen<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es ist sehr wichtig, dass wir den Menschen mit einer Behinderung die M\u00f6glichkeit geben, ihre Topleistung abzurufen. Sei es im Job oder in der Freizeit. Das Umfeld dazu muss passen. Wie z.B. das<\/span><a href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/tor-des-monats\/video-serdal-celebi-schiesst-tor-des-monats-august-sp-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> <span style=\"font-weight: 400;\"><u>Tor des Monats<\/u><\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> durch den Spieler Serdal Celebi der Blindenmannschaft des FC St. Pauli im August 2018. Den Spielern werden alle M\u00f6glichkeiten gegeben, ihren Sport bestens auszu\u00fcben. So k\u00f6nnen sie ihre Leistung erbringen.<\/span><\/p>\n<h2><b>In und mit der Gesellschaft leben und arbeiten<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Menschen mit Handicap w\u00fcnschen sich in der Regel oft nur eines, n\u00e4mlich Teil der Welt zu sein, die au\u00dferhalb ihres eigenen Milieus stattfindet. Das geht weiter, als die produzierten Sachen aus der Behindertenwerkstatt zu kaufen. Den Menschen ist es viel wichtiger, all das machen zu k\u00f6nnen, wie es auch alle anderen machen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Deshalb ist es so wichtig, einem Menschen mit Behinderung einen Job zu geben. Jemand, der arbeitet, hat einen anderen Stellenwert in der Gesellschaft. Das soziale Umfeld \u00e4ndert sich sofort, die Wertigkeit ist eine andere und man erf\u00e4hrt Wertsch\u00e4tzung. Ohne all das h\u00e4tte das Leben grobe Einschnitte und auch Folgen f\u00fcr jeden Einzelnen. On top kommt ein Gehalt \u2013 das die Agentur f\u00fcr Arbeit auch f\u00f6rdert. Unser Benefit: Dieses Geld kommt aus unserem Steuertopf. Wie viel sch\u00f6ner ist es, dass es an einen Menschen geht, der arbeitet und nicht an einen, der arbeitslos ist?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eIm Endeffekt kann jeder Mensch alles. Gegebenenfalls muss das Umfeld so angepasst werden, dass es m\u00f6glich ist.\u201c Stephan Wenn<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es gibt Dinge, die sich bei der Einstellung von Menschen mit Handicap einfacher umsetzen lassen, aber auch solche, die sich schwieriger gestalten. Die Frage ist: Wer bezahlt die Sonderausgaben daf\u00fcr? Das Ziel muss es schlie\u00dflich sein, m\u00f6glichst viele Menschen ins Arbeitsleben zu bringen. Es muss normaler werden und ein Umdenken stattfinden. Es darf nicht die Ausnahme sein, dass ein Mensch mit Behinderung einen Arbeitsplatz hat.<\/span><\/p>\n<h2><b>Wie k\u00f6nnen Arbeitgeber von Menschen mit Handicaps profitieren?<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Aus Stephan Wenns langj\u00e4hriger Erfahrung heraus bringt ein Mensch mit Handicap Loyalit\u00e4t, Wissbegierigkeit, Neugierde und Engagement in seinen Job mit, was nat\u00fcrlich sehr wertvoll f\u00fcr den Arbeitgeber ist. Gib einem Menschen mit Behinderung eine passende Aufgabe, und die wird mit Freude ausgef\u00fchrt. Das hat er in seiner langj\u00e4hrigen Karriere in diesem Bereich oft beobachtet. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass diese Menschen wissen, dass sie nicht so viele Chancen kriegen. Sie bringen sich deshalb meist unglaublich ein \u2013 und sie w\u00fcrden auch nicht so schnell den Job wechseln.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Arbeitgeber m\u00fcssen daf\u00fcr bereit sein. Zus\u00e4tzlich muss auch mit den Mitarbeitern ein Konsens geschaffen werden. Jeder 10. Mensch ist schwerbehindert. Die Mitarbeiter m\u00fcssen darauf vorbereitet werden. Auf diesem Weg k\u00f6nnen verschiedene Stellen begleiten und beraten.<\/span><\/p>\n<h3><b>Nischen finden<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es gibt auch Behinderungen, die eine Vermittlung schwierig machen, wie z.B. das Asperger-Syndrom. Autisten hingegen werden gerade in mathematischen Bereichen, z.B. in Banken oder bei Versicherungen, gerne eingesetzt. Es sind augenscheinlich Nischen, aber sie k\u00f6nnen gefunden werden.<\/span><\/p>\n<h2><b>Wo f\u00e4ngt man an?<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Regionalit\u00e4t ist hier Trumpf. Integrationsfachdienste in der Region oder die Agentur f\u00fcr Arbeit sind erste Anlaufstellen, wenn Unternehmen eine Beratung haben m\u00f6chten. Einheitliche Ansprechstellen f\u00fcr Arbeitgeber k\u00f6nnen da vielf\u00e4ltige Hilfeleistungen bieten. Im ersten Gespr\u00e4ch werden der Betrieb, Ziele und M\u00f6glichkeiten besprochen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Im Rainmaker Society<\/span><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/episode\/1emARNjmgNpjxPjjym0PHZ?si=qy_p8gozRASxi5-pUnTzjg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> <span style=\"font-weight: 400;\"><u>Podcast Lunch and Learn<\/u><\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> erz\u00e4hlt Stephan Wenn viele Insights aus seiner Erfahrung heraus. H\u00f6renswert!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>\u00dcber Stephan Wenn<\/b><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/stephan-wenn-01b79b83\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"font-weight: 400;\"><u>Stephan Wenn<\/u><\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> ist Fachberater f\u00fcr Inklusion im Verein Die Kette. Er vermittelt Menschen mit Handicap in die Arbeitswelt und unterst\u00fctzt Unternehmen auf dem Weg dahin.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Unternehmen begeben sich auf neues Terrain, wenn sie zum ersten Mal einen Menschen mit Behinderung einstellen wollen. Angefangen bei der Jobbeschreibung bis zu F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten und Schulungen im Team. Von der deutschen Industrie getrieben, gibt es deshalb zentrale Anlaufstellen. Diese stehen den Firmen beratend und unterst\u00fctzend zur Seite. Sie erstellen Handreichungen, wie am besten vorgegangen werden k\u00f6nnte. Unternehmen k\u00f6nnen anhand der Fakten schlie\u00dflich eine fundierte Entscheidung f\u00e4llen&#8230;","protected":false},"author":1,"featured_media":5403,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"content-type":"","footnotes":""},"categories":[92,164,165],"tags":[],"class_list":["post-5183","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-diversitaet","category-inklusion","category-menschen-mit-handicaps"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5183","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5183"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5183\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5864,"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5183\/revisions\/5864"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5403"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5183"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5183"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5183"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}