{"id":5189,"date":"2023-08-21T12:00:09","date_gmt":"2023-08-21T10:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/rainmakersociety.de\/?p=5189"},"modified":"2024-11-06T15:08:44","modified_gmt":"2024-11-06T14:08:44","slug":"persoenlichkeitstypen-chronische-krankheiten-fruehzeitig-erkennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/persoenlichkeitstypen-chronische-krankheiten-fruehzeitig-erkennen\/","title":{"rendered":"Pers\u00f6nlichkeitstypen \u2013 Chronische Krankheiten fr\u00fchzeitig erkennen"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400;\">Jeder kennt stressige Phasen. Wie in Kurvendiagrammen schl\u00e4ngeln sie sich durch unser Leben. Doch manchmal verharren wir zu lange \u2013 und es entsteht ein Plateau. Das beeinflusst unsere Pers\u00f6nlichkeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dr. Reimar Palte hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit einem Pers\u00f6nlichkeitstest zu helfen, zur\u00fcck in ihre Mitte zu finden, wenn diese ins Wanken geraten ist. Er misst daf\u00fcr die Pers\u00f6nlichkeitsstile in 6 Dimensionen:<\/span><\/p>\n<p><b>Wahrnehmungsdimensionen:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> S \u2013 spezifische Wahrnehmung: Aussage dar\u00fcber, wie sehr wir ins Detail gehen bzw. uns darin verlieren<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> A \u2013 automatische Wahrnehmung: Aussage dar\u00fcber, wie gut die Aufnahmef\u00e4higkeit ist, ist fehlerbehafteter<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Entscheidungsdimensionen:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> O \u2013 objektive Entscheidung: Aussage dar\u00fcber, wie analytisch jemand ist<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> P \u2013 pers\u00f6nlich Ebene: Aussage \u00fcber Werte, Ideen, Kreativit\u00e4t, Erinnerungsverm\u00f6gen, Emotionen<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Grunddimensionen:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> Sicherheitsbed\u00fcrfnis: Introversion<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> Bed\u00fcrfnis nach Stimulation: Extraversion<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Beispiel:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eBei Menschen mit chronischen Krankheiten verst\u00e4rkt sich die spezifische Wahrnehmung. Die Patienten achten vermehrt auf jedes \u201eZimperlein\u201c, sind detailgenauer. Durch das Gr\u00fcbeln \u00fcber die \u201eZimperlein\u201c steigern sie sich noch mehr hinein. Alles Negative k\u00f6nnen sie sehr gut sehen. Eine weitere Zunahme findet in der Dimension Sicherheitsbed\u00fcrfnis statt. Die zwei Werte O (objektive Entscheidung) und P (pers\u00f6nliche Ebene) sinken hingegen. Die Entscheidungsebene wird schw\u00e4cher und das Gef\u00fchl f\u00fcr einen selbst nimmt ab. Fazit: W\u00e4hrend man Fehler vermehrt wahrnimmt, kann man sich gleichzeitig weniger gut selbst sp\u00fcren. Der Patient kann nicht f\u00fchlen, dass er sich schlecht f\u00fchlt.\u201c Dr. Reimar Palte<\/span><\/p>\n<h2><b>Wozu das Wissen um Pers\u00f6nlichkeiten?<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Psychologie hat viel Kraft und M\u00f6glichkeiten der Einflussnahme. Deshalb ist es essentiell, dass auch in der Arbeitswelt F\u00fchrungskr\u00e4fte und HR das Thema \u201ePers\u00f6nlichkeit\u201c mitdenken.<\/span><a href=\"https:\/\/rainmakersociety.substack.com\/p\/wozu-das-eigene-und-fremde-potenzial\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> <span style=\"font-weight: 400;\"><u>Pers\u00f6nlichkeitstests<\/u><\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> k\u00f6nnen Aufschluss geben, wie die Mitarbeiter langfristig am besten arbeiten k\u00f6nnen. Dr. Reimar Palte empfiehlt, implizite Tests im Gegensatz zu expliziten. Sie sehen mehr \u201eunter die Oberfl\u00e4che\u201c und sind dadurch aufschlussreicher. Explizite Verfahren k\u00f6nnen durch die Fragestellung leichter durchschaut werden \u2013 und werden auch dementsprechend beantwortet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eJe gr\u00f6\u00dfer die Abweichung zwischen der Selbstwahrnehmung der Probanden und dem Testergebnis ist, desto schlechter geht es ihm oder ihr. Die Selbstregulation und Resilienz sind nicht mehr gut. Ihm oder ihr ist nicht klar, wieso so vieles unklar ist im Leben.\u201c Dr. Reimar Palte<\/span><\/p>\n<h2><b>Was passiert im Kopf?<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Bei der Ausbildung chronischer Krankheiten sinkt die F\u00e4higkeit der Plastizit\u00e4t. Das ist die F\u00e4higkeit zu lernen und neue Synapsen und Verbindungen im Gehirn zu bilden. Das sieht man als Folge der Depression und von depressiven Vorstufen wie Burnout. Ausl\u00f6ser daf\u00fcr sind akute und chronische Belastungen und Stress. Wenn diese lang anhalten, f\u00fchrt das zur \u00dcberlastung des gesamten K\u00f6rpers \u2013 die Plastizit\u00e4t sinkt. Die Verbindungen im Gehirn leiden \u2013 und die Verbindungen im echten Leben auch. Auch Schlafentzug kann dazu f\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eIch schlafe 7\u20138 Stunden pro Tag. Als mein eigener Chef kann ich meinem Bio-Rhythmus folgen. Das kann leider nicht jeder. Trotzdem ist das ein sehr wichtiger Faktor, wenn es um stressige Zeiten geht. Dass wir w\u00e4hrend anstrengender Phasen auch schlechter schlafen, ist ein Teufelskreis.\u201c Dr. Reimar Palte<\/span><\/p>\n<h2><b>Auch das Herz spricht<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In der Forschung wird vermehrt mit Herzratenvariabilit\u00e4t gearbeitet. Die sogenannten HRV-Messungen gehen mit dem pers\u00f6nlichen Entscheidungsfindungs-Wert einher. Je mehr Selbstliebe man versp\u00fcrt, je besser man sich selbst kennt, je enger ist auch der Wert in der Herzratenvariabilit\u00e4t. Je weniger hoch die Werte auf der pers\u00f6nlichen Ebene sind \u2013 also mehr Distanz im Leben vorhanden ist \u2013 desto schneller ist man durch \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse \u00fcberfordert. Forschungen haben gezeigt, dass ein niedriger P-Wert darauf schlie\u00dfen l\u00e4sst, dass auch eine geringere Herzratenvariabilit\u00e4t vorhanden ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eDie Messung des HRV-Werts ist nicht schwierig: Das geht \u00fcber die Smartwatch oder Smart-Ringe. Es ist jedoch Vorsicht bei diesen Trackern geboten. Schauen Sie mit Wohlwollen auf das Instrument und sehen Sie die Messung immer langfristig. Wenn man sich in diesen Wert hineinsteigert, sich selbst Stress macht und ungl\u00fccklicher wird, dann ist das schlicht nicht gut.\u201c Dr. Reimar Palte<\/span><\/p>\n<h2><b>Fallstudie: Stress Coping<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Stress Coping ist die F\u00e4higkeit, mit schwierigen Situationen umzugehen und Stress abzumindern. Bei einer Studie von 200 Probandinnen und Probanden, allesamt ApothekerInnen mit abgeschlossenem Pharmazie-Studium, wurde eine deutliche Abweichung von der Gesamtheit der Menschen festgestellt. Sie hatten ein \u00fcberdurchschnittliches Bed\u00fcrfnis nach Sicherheit. Das wirkt sich unmittelbar auf Resilienz und Stress Coping aus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Gemessen wurden die Motive Leistung, Bindung und Gestaltung. Die Pharmakologinnen und Pharmakologen hatten eine signifikant hohe Leistungsmotivation. Das f\u00fchrt dazu, dass sie bis zum Umfallen arbeiten. Sie haben jedoch h\u00e4ufig das Gef\u00fchl, dass sie nicht genug geleistet haben, brauchen viel Zuspruch und f\u00fchlen sich wenig gesch\u00e4tzt. Also obwohl sie sehr viel leisten, f\u00fchlen sie nicht den erhofften Selbstwert. Sie f\u00fchlen sich schlecht. Ihr Gehirn schickt die falschen Signale.<\/span><\/p>\n<h2><b>Fordernde Situationen meistern<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Viele Studien belegen, dass sich die Pers\u00f6nlichkeit in stressigen Situationen ver\u00e4ndern kann. Folgendes k\u00f6nnen wir tun, damit wir besser damit umgehen lernen und uns langfristig gut f\u00fchlen:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">sich selbst genau beobachten und auf die eigenen Bed\u00fcrfnisse h\u00f6ren<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> ausreichend Schlaf<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> Erholungsphasen einplanen<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> Entspannungs\u00fcbungen wie Meditation<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h2><b>\u00dcber Dr. Raimar Palte<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Betriebswirt (WA) \/ Diplom-Sozial\u00f6konom (Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) \/ Dr. rer. pol. (Thema Wissensmanagement) \/ Ausbildereignung nach AEVO<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Er bringt \u00fcber 25 Jahre Berufserfahrung als Management- und Organisationsberater (PwC, Accenture), Coach, Trainer, Mediator, F\u00fchrungskraft sowie Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer in mittelst\u00e4ndischen Organisationen mit bis zu 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit. Zudem ist Reimar Palte Hochschuldozent und Autor von Fachartikeln zu den Themen Personalmanagement, Organisation, Wandel und Wissensmanagement.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.20flow7.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"font-weight: 400;\"><u>https:\/\/www.20flow7.com\/<\/u>\u00a0<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jeder kennt stressige Phasen. Wie in Kurvendiagrammen schl\u00e4ngeln sie sich durch unser Leben. Doch manchmal verharren wir zu lange \u2013 und es entsteht ein Plateau. Das beeinflusst unsere Pers\u00f6nlichkeit. 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