{"id":5379,"date":"2023-06-12T12:00:46","date_gmt":"2023-06-12T10:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/rainmakersociety.de\/?p=5379"},"modified":"2024-11-06T15:12:44","modified_gmt":"2024-11-06T14:12:44","slug":"leadership-skills-die-fuehrungsfaehigkeit-fuer-das-21-jahrhundert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rainmakersociety.de\/de\/leadership-skills-die-fuehrungsfaehigkeit-fuer-das-21-jahrhundert\/","title":{"rendered":"Leadership Skills \u2013 Die F\u00fchrungsf\u00e4higkeit f\u00fcr das 21. Jahrhundert"},"content":{"rendered":"<h2><b>Leadership im Change<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Leadership hat sich in den letzten Jahrzehnten ver\u00e4ndert, weil sich auch die Welt ver\u00e4ndert hat. Die Lebensl\u00e4ufe werden dadurch bunter, keiner steht mehr mit 16 am Flie\u00dfband und geht dort auch in Rente. Deshalb ist das Thema Leadership auch so wichtig.<\/span><\/p>\n<h3><b>An Menschen anpassen<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Andreas Berger hat verschiedene Teams mit bis zu 700 Mitarbeiter gef\u00fchrt. Je nach Team war auff\u00e4llig, dass sich auch der F\u00fchrungsstil anpassen musste. Bei 700 Mitarbeitern etwa ist kein Micromanagement mehr m\u00f6glich. Den F\u00fchrungsstil musste er auch an das Kompetenzniveau der Mitarbeiter anpassen, denn es macht einen gro\u00dfen Unterschied, ob man ein Team mit PhD f\u00fchrt oder mit KFZ-Mechanikern. In diesem Fall musste er klarere Linien vorgeben als bei PhDs.<\/span><\/p>\n<h3><b>An das Umfeld anpassen<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Rahmenbedingungen ver\u00e4ndern sich schneller als jemals zuvor. In den letzten 20 Jahren, seit Internet und Digitalisierungen eingef\u00fchrt wurden, haben sich nicht nur die M\u00e4rkte und Unternehmen, sondern vor allem auch die Mitarbeiter ver\u00e4ndert. Leadership ist ein Teil davon, doch die Ver\u00e4nderung ist viel gro\u00dffl\u00e4chiger zu sehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eWenn ich heute meinen Chef nicht gut finde, kann ich auf LinkedIn gehen und eine schlechte Bewertung schreiben. Wenn ich mein Unternehmen schlecht finde, gehe ich auf kununu und vergebe einen Stern.\u201c Andreas Berger<\/span><\/p>\n<h3><b>Humankapital<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In Deutschland und der westlichen Welt herrscht eine gro\u00dfe Nachfrage an Humankapital. Als Mitarbeiter genie\u00dfe ich deshalb Freiheiten, die ich fr\u00fcher nicht hatte. Ich kann den Job <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">leichter wechseln als fr\u00fcher. Mit dem Change im Unternehmen ver\u00e4ndern sich auch die Anforderungen, die Mitarbeiter an das Unternehmen haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dennoch muss sich auch der Arbeitnehmer an ein v\u00f6llig neues Umfeld gew\u00f6hnen. Unternehmen, die erst vor ein paar Jahren gegr\u00fcndet wurden, haben bereits ein riesiges Wachstum hinter sich und mehrere tausend Mitarbeiter. Jedoch k\u00f6nnen sie in 3 Jahren wieder vom Markt verschwunden sein. Das wirkt sich bis zur Verg\u00fctung aus. Wenn ich bef\u00fcrchte, dass mein Unternehmen in 3 Jahren nicht mehr existiert, ist vielleicht die langfristige Direktversicherung oder die Aktienoption in 10 Jahren nicht mehr das richtige Modell der Mitarbeiterbindung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diese Ver\u00e4nderung muss erst noch in die K\u00f6pfe hinein, beobachtet Andreas Berger. Und die Auswirkungen sieht er weitreichend. HR hat anders zu funktionieren, der Mitarbeiter, das Unternehmen. Das sind alles Themen, die sich insgesamt \u00fcberschlagen \u2013 und Leadership ist eines davon.<\/span><\/p>\n<h2><b>Die Welt ist das neue Office<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Arbeitnehmer haben als erstes verstanden, dass sich Privat und Business immer mehr miteinander vermischen. Sie bekamen die Advice in Form von Handy oder Laptop an die Hand und konnten\/mussten nach Dienstschluss nochmal die Mails checken oder Telefonate annehmen. Irgendwann hat das auch der Arbeitgeber verstanden. Das sei aber nur ein kleiner Schritt, bemerkt Andreas Berger, viel gr\u00f6\u00dfer sei die Ver\u00e4nderung im \u201eArbeiten, wo man will\u201c. F\u00fcr die Unternehmen war dies ein gro\u00dfes Learning, was das steuerrechtlich und im Leadership bedeutet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eIch habe sehr viele Freunde, die seit vielen Jahren in S\u00fcdamerika arbeiten. Dort k\u00f6nnen sie sich frei bewegen \u2013 und das Wetter ist sch\u00f6ner. Die Arbeitgeber mussten lernen, damit umzugehen.\u201c Andreas Berger.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Viele Arbeitnehmer haben auch mehr Themen, denen sie sich widmen wollen. Hier stellt sich die Frage: Will man das unterbinden oder sollte man das, ganz im Gegenteil, f\u00f6rdern, weil der Mitarbeiter mit dem bunten Lebenslauf mehr wert ist als mit dem stringenten?<\/span><\/p>\n<h2><b>So funktioniert Leadership heute<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Als F\u00fchrungskraft muss man sich die Fragen stellen:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> \u00a0Wer bin ich?<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> \u00a0Wie m\u00f6chte ich f\u00fchren?<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der Charismatische, Extrovertierte muss nicht schlechter oder besser f\u00fchren als der Introvertierte. Da gibt es keine klassischen Muster mehr. Man wird lernen m\u00fcssen, man selbst zu sein. Das st\u00e4ndige Verstellen und Verstecken der eigenen Pers\u00f6nlichkeit f\u00fchrt langfristig zum Burnout oder zu anderen Ventilen wie zu Drogen. Nur wer authentisch ist, kann auf Mitarbeiter reagieren, die sich und ihre Anforderungen im Laufe ihres Lebens nat\u00fcrlich auch \u00e4ndern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eVor Kind, nach Kind, vor Hochzeit, nach Hochzeit, vor Bef\u00f6rderung, nach Lohnerh\u00f6hung. Auch Mitarbeiter ver\u00e4ndern sich und ihre Anspr\u00fcche.\u201c Andreas Berger<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Heutzutage leben wir in einem Vuka-Umfeld. Die Abk\u00fcrzung steht f\u00fcr volatil, unsicher, komplex und ambivalent. Das bedeutet permanente und rasante Ver\u00e4nderung f\u00fcr uns. Deshalb glaubt Andreas Berger, egal in welchem Umfeld, man m\u00fcsse lernen, man selbst zu sein. Manchmal ist das nicht unbedingt leicht \u2013 aber erst dann f\u00fchlt man sich wohl. Jeder selbst ist der Anfang.<\/span><\/p>\n<h3><b>Wie kann man sich darauf besser einlassen?<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Andreas geht einen Weg aus vier Konsequenzen:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Fange bei dir selbst an.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Folge deinem Learning.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Gib dich im Doing der Ver\u00e4nderung hin &#8211; und nimm nichts als gegeben an.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Sag ja, indem du auch offen f\u00fcr Neues bist.<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Literatur hat Andreas Berger beim Hinterfragen seiner Entscheidungen und auch, wie er Entscheidungen trifft, sehr viel weitergeholfen. Er sieht aber auch den Unterschied zwischen denjenigen, die den Change \u201emachen\u201c und denjenigen, die ihn \u201eglauben\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eEs ist eine Mischung aus vielen Dingen. Es ist nicht ein Buch, es sind nicht 10 B\u00fccher. Man muss konstant an sich selbst arbeiten.\u201c Andreas Berger<\/span><\/p>\n<h3><b>Mitarbeiter wollen auch gef\u00fchrt werden<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wichtig ist hier, dass man sich Zeit gibt, sich kennenzulernen. Mit der Frage nach Feedback und in der Diskussion wird die Zusammenarbeit besser. Man muss sich bewusst sein, dass Mitarbeiter nicht so gut werden wie man selbst. Aber innerhalb von Rahmenbedingungen muss es erlaubt sein, anders zu sein und auch kontroverser Meinung zu sein. Als F\u00fchrungskraft geht es manchmal weniger darum zu lenken, aber Raum f\u00fcr Diskussion und Entfaltung schaffen.<\/span><\/p>\n<h2><b>Leadership-Education neu gedacht<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Gerade die Leadership-Education hat sich ver\u00e4ndert. Fr\u00fcher wurde im MBA gelehrt: \u201eDon\u2019t bring me the problem, bring me the solution\u201d. Das ist f\u00fcr Andreas Berger Bullshit. Als F\u00fchrungskraft sieht er sich in der Position, zu unterst\u00fctzen, wo jemand selbst nicht weiterkommt. Wenn jedoch die L\u00f6sung bereits parat liegt, interessiert ihn auch das Problem nicht. F\u00fcr ihn ist das genau falsch.<\/span><\/p>\n<h2><b>Fehlerkultur<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Andreas Berger l\u00e4sst seine Mitarbeiter auch Fehler machen. Fr\u00fcher hat er oft gesagt: \u201eIch kann dir jetzt schon sagen, dass das ein Fehler ist.\u201c Aber aus heutiger Sicht kann er sagen: Das hat nichts gebracht. Er musste reflektieren und lernen \u2013 und es lassen. Wir machen alle Fehler \u2013 jeden Tag und immer wieder. Bei der Fehlerkultur m\u00fcssen wir alle noch etwas lernen. Wir neigen dazu, auf die Finger zu hauen. Aber anstatt zu sagen: Das war eine Einladung f\u00fcr uns, zu \u00fcberlegen, welche Art von Unternehmen wir in Zukunft sein wollen. Auf \u201ealte Strukturen\u201c zur\u00fcckgreifen k\u00f6nne man danach immer noch, ist Andreas Berger \u00fcberzeugt.<\/span><\/p>\n<h2><b>Stichwort Zukunft: Was erwartet uns im Leadership<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Gen Z, Robotik, KI \u2013 was wird F\u00fchrung in den n\u00e4chsten 10 Jahren ausmachen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr Andreas Berger wird Machine Learning die gr\u00f6\u00dften Ver\u00e4nderungen bringen. Es basiert auf Regeln, die die Buchhaltung oder juristische Angelegenheiten zum Beispiel komplett erledigt. Er ist \u00fcberzeugt, dass ein Algorithmus auch lernen kann, eine Firma zu gr\u00fcnden, die z.B. Orangensaft verkauft. Startups werden digitale Gesch\u00e4ftsmodelle umsetzen und F\u00fchrung wird mehr und mehr verschwinden. Die 50% der B\u00fcrokratie, die F\u00fchrung ausmacht, sind nicht mehr notwendig. F\u00fchrung wird verschwimmen. Kleinere, agile Teams werden \u2013 mit dem n\u00f6tigen Kapital ausgestattet \u2013 gr\u00f6\u00dfere Schlagkraft bekommen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die USA ist uns da meilenweit voraus, erkl\u00e4rt Andreas Berger. Europa spiele da nicht einmal mit.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><b>\u00dcber Andreas Berger<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Andreas Berger ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer eines Beteiligungsarms eines Energieunternehmens. Er ist au\u00dferdem Gr\u00fcnder von mehreren Unternehmern, Investor und Aufsichtsratsmitglied.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Buchtipp zum Thema:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Daniel Kahneman: <\/span><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Schnelles-Denken-langsames-Daniel-Kahneman\/dp\/3328100342\/ref=tmm_pap_swatch_0?_encoding=UTF8&amp;qid=1686032609&amp;sr=8-1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"font-weight: 400;\"><u>Schnelles Denken<\/u><\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Leadership hat sich in den letzten Jahrzehnten ver\u00e4ndert, weil sich auch die Welt ver\u00e4ndert hat. Die Lebensl\u00e4ufe werden dadurch bunter, keiner steht mehr mit 16 am Flie\u00dfband und geht dort auch in Rente. Deshalb ist das Thema Leadership auch so wichtig. Andreas Berger hat verschiedene Teams mit bis zu 700 Mitarbeiter gef\u00fchrt. 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