Auf einen Kaffee mit Dirk: Hiring wie ein absoluter Profi - wie stellt Warren Buffett ein?
Kürzlich war ich auf einen Kaffeemeeting in Hamburg. Eines unserer Mitglieder, der sich beruflich verändern will, hat mir von einem Zitat von Warren Buffett erzählt, welches mich zum Nachdenken gebracht hat: “Somebody once said that in looking for people to hire, you look for three qualities: integrity, intelligence, and energy. And if you don’t have the first, the other two will kill you. You think about it; it’s true. If you hire somebody without [integrity], you really want them to be dumb and lazy.”
Die Formel vom absoluten Star-Investor ist eindeutig: Wenn Integrität mit hoher Intelligenz und einem hohen Energie-Level zusammenkommen, ist es aus Arbeitgebersicht ein großartiges “Paket”. Doch Integrität ist nicht nur die wichtigste Eigenschaft – sie ist das entscheidende Kriterium. Ohne sie ist es bedeutungslos, ob Intelligenz und viel Energie vorhanden sind, bzw. kann das sogar gefährlich sein.
Buffett hat in seinen Aktionärsbriefen und Interviews auch darüber gesprochen, dass es ihm nicht wichtig sei, auf welcher Universität ein Manager war, sondern mehr, ob er als Führungspersönlichkeit das Unternehmen, in welches er investiert, nach vorne bringen könne.
Ich habe dann ein weiteres Zitat entdeckt, welches ich extrem stark finde: “After some other mistakes, I learned to go into business only with people whom I like, trust, and admire. We’ve never succeeded in making a good deal with a bad person.”
Natürlich nimmt hier Buffett die Sicht des Investors bzw. die Arbeitgebersicht ein. Aber: Ich glaube, dass man das auch umdrehen kann. Auch ein Arbeitnehmer, ein Co-Founder, ein Interim-Manager sollte von seinen Gegenüber’s erwarten können, dass diese integer sind.
Ich habe mich immer schon an eine wichtige Business-Regel gehalten: Integrität und Ehrlichkeit sind für mich wesentliche Grundlagen für eine erfolgreiche und langfristige Zusammenarbeit. Es kommt nicht auf kurzfristige Erfolge an, denn Business sollte immer langfristig ausgerichtet sein. Es geht also auch nicht um kurzfristige “Gewinnabschöpfung”, sondern der Versuch, auch in einigen Jahren noch Wege der Zusammenarbeit zu finden…
Natürlich habe ich in 25 Berufsjahren auch schon Enttäuschungen erlebt – zum Beispiel hat ein Kunde sich an unsere mündlich getroffenen Vereinbarungen nicht mehr erinnern können und ich habe dadurch sehr viel Geld verloren. Aber dann sollte man auch konsequent die Zusammenarbeit beenden. Gleiches habe ich erlebt, als ich in einem Interim-Mandat zum zukünftigen Geschäftsführer aufgebaut werden sollte und der Hauptanteilseigner sich an ganz wesentliche Absprachen nicht gehalten hat. Hier habe ich das Mandat dann abrupt beendet. Buffett hat auch hier eine spannende Einordnung parat: „Wer Angst vor Fehlern hat, kann keine Entscheidungen treffen.“ Wenn man aber realisiert, dass man einen Fehler begangen hat, sollte man diesen schnell revidieren…
In diesem Sinne: Augen auf bei der Auswahl seiner Geschäftspartner!
Let. It. Rain.
– Dirk