Auf einen Kaffee mit Dirk: Office first - back to reality?!
Kürzlich habe ich einen Artikel gelesen, in dem die neue Betriebsvereinbarung meines alten Arbeitgebers Axel Springer skizziert wird. Es liest sich etwas wie ein Sprung in die Vergangenheit…
Zusammengefasst sieht diese Vereinbarung bei Springer so aus:
- Ab dem 1. September 2025 gilt bei Axel Springer die Devise »Office first«.
- Konzernweit sollen Mitarbeitende dann 80 Prozent ihrer Arbeitszeit im Büro (respektive auf Dienstreise) verbringen, nur noch 20 Prozent können mobil gearbeitet werden – sofern es die Tätigkeit zulässt.
- Die individuelle Arbeitszeit soll über die Woche verteilt werden – eine Verlagerung der Home-Office-Tage auf montags oder freitags will der Konzern vermeiden.
- An einem Präsenztag können Mitarbeitende ihre Arbeit »teilweise« mobil gestalten, »wenn der überwiegende Teil der täglichen Arbeitsleistung vor Ort stattfindet«.
Aktuell nimmt dieses Thema wieder deutlich mehr Platz ein in unseren Gesprächen mit Unternehmen: Immer mehr Unternehmen erwarten eine hohe Präsenz ihrer “Häuptlinge” im Büro. Die Führungskräfte sollen wieder vor Ort im Office sein, um die Themen zu begleiten.
Grundsätzlich handelt es sich bei dieser Policy um keinen Einzelfall, wie auch dieser Artikel aufzeigt.
Die Unternehmen erhoffen sich bessere Kommunikation im Team und mehr Innovation – gleichzeitig wünschen sich Mitarbeiter mehr Flexibilität und diese Wünsche sollten Berücksichtigung finden, auch durch den Einsatz von Software-Tools.
Ich verstehe den Wunsch der Mitarbeiter – habe aber insbesondere bei jüngeren Mitarbeitern hier oft den Eindruck, dass gegenüber dem Job eine falsche Erwartungshaltung im Raum steht. Insbesondere in der Ausbildungsphase im Job hilft Interaktion mit den Kollegen, gleichzeitig wächst man als Team mehr zusammen, wenn man auch Zeit zusammen hat. Hier muss ich zugeben, dass mir der formulierte Anspruch auf das Recht auf Homeoffice manchmal ein Stirnrunzeln ins Gesicht zaubert… Gleichzeitig sollte ein Unternehmen insbesondere bei dem Thema “Vereinbarkeit” von Familie und Beruf deutlich mehr Lebensnähe zeigen. Sowohl bei Kindern als auch bei pflegebedürftigen Angehörigen…
Ich habe das Thema jetzt lange durchdacht und bin immer mehr auf der Position: Privilegien müssen erarbeitet werden und sollten nicht automatisch gewährt werden. Und die individuelle Lebenssituation muss eine Rolle spielen.
Was denkst Du zum Thema? Schreib mir!
– Dirk