Auf einen Kaffee mit Dirk: Was mir Mentoring bedeutet…
Für mich hat es zwar nie den einen Mentor gegeben, aber es gab immer Personen, die mir einerseits bei wichtigen Entscheidungsfindungen wichtige Ratgeber waren, und andererseits ihre Erfahrungen an mich weitergegeben haben.
Eine der wichtigsten Persönlichkeiten meiner Jugend war mein Geschichtslehrer – vielleicht kein Mentor, aber jemand, bei dem ich unglaublich viel lernen konnte. Ich war damals sehr aktiv bei der Jungen Union und er war überzeugter Kommunist. Nach einer heftigen Diskussion kam es zur anschließenden Notengebung. Er gab mir damals 13 Punkte und sagte: “Ihre Meinung ist zwar totaler Unfug, aber wenigstens ist sie sehr gut begründet.” – sein Unterrichtsziel war es, uns zu kritischen Erwachsenen zu erziehen…
In meinen beruflichen Anfängen hat die Rolle meines “Mentors” mein Vater eingenommen, der mir bei kniffligen Situationen mit Kollegen oder auch in Verhandlungssituationen ein guter, verbindlicher, erfahrener Ratgeber war.
Danach habe ich mir viel von Führungskräften in meinem Umfeld abgeschaut. In meinen beruflichen Anfangsjahren war das durch meine limitierte Erfahrung naturgemäß einfacher, Menschen zu lokalisieren, von denen ich mir Dinge abschauen konnte. Die Kultur der Financial Times Deutschland war in meiner Wahrnehmung aber auch sehr offen und positiv, da eigentlich niemand Besitzstände verteidigt hat und Wissen und Erfahrung gerne geteilt wurde. Später im Konzern hatte ich einen direkten Vorgesetzten, bei dem ich mir unglaublich viel abschauen konnte. Er ist bis heute eine absolute “Top-Führungskraft”; ein wichtiger Punkt ist meines Erachtens, dass ein Mentor einen echten Wissens-/Kompetenzvorsprung haben sollte.
Jetzt habe ich kürzlich zu dem Thema einen Satz von René Obermann (Ex-Telekom-CEO) gelesen: “Man trifft im Leben oft Menschen – außerhalb der Familie –, die einem helfen, Anstöße geben und die wahnsinnig wichtig, aber eben auch Glückssache sind.”
In meiner Zeit im StartUp bei COMATCH habe ich ehrlicherweise das “Abschauen-Können” dann etwas vermisst, da in meinem Umfeld niemand war, von dem ich mir wirklich etwas abschauen konnte (Was natürlich auch mit wachsender Berufserfahrung schwieriger wird…). Hier hätte mir ein echter Mentor durchaus geholfen, da es sehr viele Situationen gab, die absolutes Neuland waren.
Diese “Glücks-Lücke” wollen wir jetzt füllen. Wir wollen bei der Rainmaker Society Dich/unsere Mitglieder weiterentwickeln. Da ich bis heute als Mentor bei MentorMe extrem gute Erfahrungen machen durfte (siehe zum Beispiel hier), denken wir jetzt darüber nach, ebenfalls ein Mentor-Programm innerhalb der Community aufzusetzen.
Dazu würde uns auch Deine Meinung interessieren… Daher ein paar Fragen – wenn Du Gedanken zum Thema Mentoring hast, schick mir gerne eine Mail oder lass uns einen kurzen Call aufsetzen. Ein paar Fragen schon mal:
- Wie denkst Du über das Thema Mentoring nach?
- Warst Du schon mal ein Mentor oder Mentee im beruflichen Kontext?
- Wenn Du Erfahrungen hast – wie sieht das ideale Set-Up aus (wöchentlich, monatlich, Dauer…)?
- Was wären Deine Erwartungen als Mentor an ein Mentoringprogramm?
- Was wären Deine Erwartungen als Mentee an ein Mentoringprogramm?
Ich bin gespannt auf Deine Meinung zum Thema “Mentoring”!
– Dirk