Auf einen Kaffee mit Dirk: Warum mich Diskriminierung abgehärtet hat
Jeder, der mich auf Social Media verfolgt, hat schon verschiedene Gesichter von mir gesehen – neben meiner Leidenschaft für Unternehmertum und die Weiterentwicklung der Rainmaker Society mische ich mich auch regelmäßig in gesellschaftspolitische Diskussionen ein. Hier bin ich ein großer Freund einer performanceorientierten Gesellschaft, die auch Leistung wertschätzt. In dieser Arbeitswelt wird nicht das Kollektiv, sondern auch die Leistung des Individuums gewürdigt.
Ich beobachte aber, wie wir immer mehr “Schutzzonen” in unser Leben einziehen. Noten werden in der Schule besser (es gibt zum Beispiel in Berliner Gymnasium Extra-Aufgaben, um Extrapunkte zu sammeln in Klausuren), Sitzenbleiben ist eigentlich kaum noch möglich, bei Bundesjugendspielen werden die Wettkampfelemente gestrichen. Wir bauen eine Welt, bei der “Dabei sein ist alles” das Leitmotiv geworden ist. Wir wollen Trauma verhindern, wir wollen nur noch “diskriminierungsfreie” Witze erzählen und packen uns als Gesellschaft in Watte. Und die Medaillenbilanz von Olympia ist ja auch bezeichnend…
Ich bin einerseits Vater von zwei Kindern, aber auch Patchwork-Daddy von zwei weiteren. Hier beobachte ich viele Dinge – und auch wenn früher mit Sicherheit nicht alles besser war, gibt es doch Aspekte, die für mich wichtig waren für meine Entwicklung.
Ich war als kleines Kind nicht für meine motorischen Fähigkeiten bekannt und habe auch intensive Mobbing-Erfahrungen erlebt. Zum Beispiel wurde ich früher “Pyramide” genannt wegen bestimmten Auffälligkeiten im Körperbau. Ich schreibe das nicht, weil ich gerade therapeutisch meine Jugend aufarbeiten möchte, sondern weil mich die Hänseleien durchaus abgehärtet haben. Irgendwann habe ich mir einen Schutzschild angelegt – weil ich mir eingeredt habe: Mich können Worte nicht verletzen. Denn ich habe irgendwann gelernt,, dass es nicht wichtig ist, was andere über mich denken, sondern was ich über mich denke. Ich habe eine individuelle Verantwortung für mein Leben und brauche keinen Staat, keinen Chef und keine Autoritäten, die mir Schutzräume schaffen. Bei Bundesjugendspielen habe ich glorreiche Niederlagen erlebt – aber einmal eine Ehrenurkunde gewonnen, weil ich beim Weitsprung und beim Langstreckenlauf unfassbar abgeliefert habe. Ich war unglaublich stolz, weil ich es nicht geschenkt bekommen habe.
Ich glaube, dass die Auseinandersetzung mit Rückschlägen, mit schlechten Erfahrungen und selbst mit Mobbing uns auch helfen kann auf unserem Weg. Damit möchte ich nicht sagen, dass Mobbing “ok” sei. Aber wie oft überspannend wir gerade den Bogen…
Später habe ich dann realisiert, dass ich ein guter Fußball-Kommentator bin, aber das ich letztendlich als Spieler in der falschen Zeit groß geworden bin. Für mich wäre Fußball in den 70ern/80ern die richtige Zeit gewesen, in denen es noch den Spielertyp des beinharten, aber technisch unfassbar limitierten Vorstoppers gab. Dann habe ich irgendwann gemerkt, dass mein Sport das Marathonlaufen ist. Da braucht man kein Talent, sondern Trainingsdisziplin, Ehrgeiz und “Zweikampfhärte” gegen den inneren Schweinehund.
Ich glaube an eine Leistungsgesellschaft und bin geprägt von der sozialen Marktwirtschaft. Einer Gesellschaft, in der harte Arbeit und Ehrgeiz Tugenden sind, die auch belohnt werden.
In 2015 hat Christine Finke, eine Journalistin aus Konstanz, eine Petition gegen die Bundesjugendspiele gestartet. Sie seien ein “grausames Demütigungsritual”. Mich schockiert es ehrlicherweise, wie eine sehr aktive Gruppe Politik und Gesellschaft neu aufsetzt und wie die schweigende Mehrheit nur noch stauenden daneben steht.
Die gesellschaftlichen Werte und Leitlinien lassen sich viele mittlerweile von Menschen diktieren, bei denen durchaus eine gewisse Aversion gegen Leistung durchschimmert. Ich trage aber für die Zukunft meiner Kinder eine Verantwortung. Und möchte, dass wir Leistung wieder zu unserem Leitmotiv machen. In unzähligen Gesprächen mit Freunde, Mitgliedern, Geschäftspartnern sehe ich, dass ich nicht alleine bin.
Wir können hier alle Einfluß auf gesellschaftliche Entwicklungen nehmen: Wr können uns ehrenamtlich engagieren, sei es im Sportverein, in Parteien oder anderen Institutionen! Ich bin zum Beispiel bei den Berliner Schulpaten als Bildungspate aktiv, als Auswahljuror bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft und bei MentorMe als Mentor. Wenn Du Interesse an einer der Organisationen hast: Melde Dich bei mir!
Lass uns die Zukunft mitgestalten! Performance matters!
Und: Let. It. Rain.
– Dirk