Auf einen Kaffee mit Dirk: Ist “Made in Germany” immer noch eine Auszeichnung?!
Früher war „Made in Germany“ ein Versprechen. Heute ist es eher eine Warnung – aber auf jeden Fall hat es den Status der uneingeschränkten Qualität verloren. Wer aktuell durch unser Land blickt, sieht kein Kraftzentrum mehr, sondern eine Nation im Stand-by-Modus. Deutschland macht schlapp, und das Schlimmste daran: Wir haben uns im gemütlichen Mittelmaß eingerichtet.
Ich diskutiere aktuell tagtäglich darüber, was wir als Einzelne eigentlich tun können.
Aber schauen wir uns um: Die Infrastruktur bröckelt schneller, als die zuständigen Ämter die Umleitungsschilder drucken können. Wer versucht, in diesem Land digital etwas zu bewegen, landet meist im Funkloch (auf meinem Weg vom Office nach Hause fahre ich ausschließlich durch Berlin, aber auch durch drei Funklöcher…) oder im tiefsten Paragrafen-Dschungel. Während andere Nationen mit Highspeed in die KI-Zukunft preschen, fragt der Berliner Bürgermeister über Social Media seinen eigenen Koalitionspartner, ob es “ok” wäre, das Eis auf den Strassen mit Salz zu entfernen…
Wir verwalten den Mangel, statt Wohlstand zu schaffen.
Die Energiepreise treiben den Unternehmen und insbesondere den Mittelstand ins Ausland, die Bürokratie erstickt jede gute Idee im Keim, und die politische Führung wirkt oft wie ein Marathonläufer, dem schon nach den ersten hundert Metern die Puste ausgegangen ist. Es wird viel geredet, wenig entschieden und noch weniger umgesetzt.
Besonders bitter ist der Blick auf die Arbeitsmoral. Wir träumen von der Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich, während uns die Welt rechts und links überholt. Leistung scheint in Deutschland fast schon ein Schimpfwort geworden zu sein. Wer mehr will, wer hart arbeitet, wer aus der Reihe tanzt, wird schräg angeschaut.
Wenn ich solche Themen anspreche, wird mir manchmal Negativität unterstellt. Ich habe aber mittlerweile den fundamental gefestigten Eindruck, dass wir Leistung nicht mehr wertschätzen. Zwei Beispiele: 1965 lag der Spitzensteuersatz beim 15fachen des Durchschnittseinkommens. In 2023 lag er beim 1,3fachen. Lohnt sich dann Leistung wirklich, wenn immer weniger überbleibt?
Die “Internetpersönlichkeit” und selbsternannter “Aufmerksamkeits-Ökonom” Marc Raschke kritisiert beispielhaft den Unternehmer Reinhold Würth für sein Interview und schreibt: “Ein alternder Schrauben-Milliardär glaubt uns erzählen zu können, was Fleiß und Disziplin sind. Und verkennt, wie privilegiert er seit jeher ist. Das ist demokratieschädlich.”
Einem Unternehmer wird hier die Teilhabe an der Diskussion abgesprochen, obwohl er fast 90.000 Menschen einen sicheren Arbeitsplatz schafft. Und weil er einfordert, dass Tugenden wie Fleiß und Pünktlichkeit wieder eine höhere gesellschaftliche Bedeutung erhalten sollen, wird ihm deswegen sogar abgesprochen demokratisch zu sein?
Gäbe es für jede unterschlichte Äußerung Extrapunkte, hätte Marc Reschke alleine hier fünf Level übersprungen…
Wann ist in Deutschland der Hass auf das Unternehmertum eigentlich derartig gesellschaftsfähig geworden? (Der Post hat übrigens über 11.000 Likes erhalten!)
Der deutsche Motor stottert nicht nur – er droht abzusaufen.
Was uns fehlt, ist der Mut zur Wahrheit: Wir können nicht Weltmeister im Sozialstaat sein, wenn die wirtschaftliche Basis wegbricht. Wir können nicht moralischer Lehrmeister für den Planeten spielen, wenn wir es nicht einmal schaffen, pünktliche Züge auf die Schiene zu bringen.
Wir gründen neue Arbeitskreise und Kommissionen, eine Arbeitsministerin diskreditiert öffentlich Arbeitgeber ohne jede Konsequenz – und ist der innere Kompass komplett verloren gegangen.
Wir brauchen einen Weckruf. Wir müssen wieder Lust auf Leistung haben, Barrieren abbauen und endlich aufhören, uns selbst im Weg zu stehen. Und wir müssen endlich aufhören, manche Diskussionen zu führen: “Work-Life-Balance” oder Teilzeit sind in großen Teilen private Themen. Dafür braucht man keinen Staat, der Gesetze schafft, sondern wir brauchen Arbeitgeber, die Raum schaffen, aber auch Arbeitnehmer, die mit Leistung zurückzahlen. Eigenverantwortung und Unternehmertum sollten wieder positiv besetzt werden.
Doch wie kommen wir wieder auf die Erfolgsspur? Wir müssen in jeder Diskussion wieder Unternehmertum positiv besetzen. Wir müssen unseren Abgeordneten im Landtag oder im Bundestag E-Mails schreiben, bei Themen, die uns bewegen. Wir müssen öffentlich den Social Media-Hampeln widersprechen. Wir müssen aus der Stille kommen. Performance matters. Lasst uns gutes Tun und darüber reden!
Let. It. Rain.
– Dirk